García plaza räumt im keller von sevilla auf – jeder spieler kämpft ums überleben

Luis García Plaza trat vor die Mikrofone und schickte eine Kampfansage durch die Kabine: „Alle fangen bei Null an – meine Entscheidung steht noch nicht einmal für morgen fest.“ Mit diesem Satz entlässt der neue Cheftrainer von Sevilla FC neun Spieltage vor Saisonende die komplette Mannschaft in die Leistungsschule. Der Klub liegt einen Punkt über dem Abstiegsstrich, die Luft ist dünn, die Nerven blank.

Jordan, cardoso, gattoni – der stundenplan der außenseiter

Joan Jordán kennt García Plaza noch aus Alavés, doch die vermeintliche Schonzeit zählt nicht. 25 La-Liga-Minuten in drei Partien – das war’s. Fábio Cardoso sammelte 295 Minuten auf dem Rasen, doch die 90 kompletten sind lange her. Federico Gattoni? Zehn Minuten gegen Alavés, mehr Statistik als Spieler. Für sie könnte der Trainerwechsel die letzte Bahn sein, bevor der Zug in die Segunda abfährt.

Doch der neue Coach schert nicht nur Außenseiter zusammen. Auch Revolver-Profis wie Chidera Ejuke (vier Starts in 21 Ligaeinsätzen) oder Oso (sieben von 14) spüren den Stachel. Beide lieferten als Joker kurz vor knapp ab – der Derby-Ausgleich ist erst zwei Tage her –, doch García Plaza will keine Dauerrollen, sondern Dauerleistung.

Mendy und romero fallen durchs raster – torschütze sitzt auf der bank

Mendy und romero fallen durchs raster – torschütze sitzt auf der bank

Die größte Überrasung: Batista Mendy, 18-mal Startelf, vier Mal in Folge nur Zuschauer. Isaac Romero, drittbester Liga-Torschütze des Klubs mit vier Treffern, wartet seit acht Spieltagen auf einen Anpfiff und blieb dreimal komplett draußen. Die Zahlen sind lauter als jede Pressekonferenz: Wer trifft, spielt offenbar keine Rolle – zumindest momentan.

García Plaza testet in der internationalen Länderspielpause interne Freundschaftsspiele, lässt GPS-Daten und Herzfrequenzscans sprechen. „Wenn in einer Woche meine Idee querschlägt, habe ich gewonnen – weil dann die Mannschaft gewinnt“, sagt er und meint damit nicht die Punkte, sondern den Kampf um den Kaderplatz.

Am Ende zählt einzig der Tabellenplatz. Sevilla hat 27 Zähler, Cádiz und Rayo atmen im Nacken. In neun Wochen entscheidet sich, ob die Ramón-Sánchez-Pizjuán nächste Saison Erstliga-Fußball oder Pokal der Tränen bietet. García Plaza hat den Countdown gestartet – und jeden Profi zum Gegner seines Teamkollegen erklärt.