Galatasaray schreibt liverpool erneut mit 1:0 ab – anfield droht ein déjà-vu
Istanbul bebt, Liverpool zittert. Galatasaray schickt die Reds mit dem gleichen 1:0 nach Hause, mit dem sie sie bereits in der Gruppenphase traktierte – nur diesmal zählt der Schlag wegen des Achtelfinal-Tickets mehr denn je.
Der Rasen im Rams Park war noch warm, da hatte Baris Yilmaz den Ball schon an Virgil van Dijk vorbeigetragen, die Süper-Lig-Flunder verwandelte die Unguard-Situation in eine 1:0-Gala. Der Treffer fiel in Minute 33, doch die Wirkung war sofort klar: Liverpool musste aufmachen, Cimbom durfte warten.
Juve-drama als lehrstück
Die Türken wissen, wie schnell eine Führung schmilzt. Gegen Juventus schossen sie in der Play-off-Runde 5:2, kassierten im Rückspiel drei Gegentore und schlitterten in die Verlängerung. Dort retteten zwei späte Treffer das Weiterkommen – ein Warnschuss, den Okan Buruk seiner Mannschaft eingebläut hat. „Wir haben gezeigt, dass der erste Sieg kein Zufall war“, sagte der Coach nach dem Abpfiff, „aber wir sind noch nicht durch.“
Die Statistik spricht trotzdem für Gala: Erst einmal verlor ein türkischer Klub nach einem 1:0-Heimsieg in der K.-o.-Phase der Champions League das Rückspiel – 2002 Besiktas gegen Bayern.

Sané bleibt draußen, lang liefert
Wer nicht jubelte, war Leroy Sané. Der deutsche Nationalspieler saß 90 Minuten auf der Bank, wie schon im Oktober. Stattdessen lief Noa Lang auf, trieb das Spiel an und wurde erst in der 84. Minute für Yunus Akgün ausgewechselt – ein Indiz dafür, dass Buruk auch in Anfield auf Stabilität setzen wird. Sanés WM-Ticket rutscht in weite Ferne.
Liverpool muss nun in eigener Halle eine Mannschaft bespielen, die in Istanbul erst zwei Gegentore in fünf Europapokal-Heimpartien kassierte. Die letzte Niederlage der Reds in einem Achtelfinal-Rückspiel? 2006 gegen Benfica. Seither sind sie ungeschlagen – bis Dienstag, vielleicht.
Die Rechnung ist denkbar einfach: Ein Tor genügt Gala, um die K.-o.-Phase zu erreichen. Dreimal hat Liverpool in dieser CL-Saison auswärts verloren – ein viertes Mal und die Türkei plant weiter. Die Premier-League-Maschine muss in Overdrive schalten, sonst schlägt Istanbul erneut zu.
