Fußball-wm in la: streikdrohung überschattet das turnier?
Weniger als einen Monat vor dem Anpfiff der Fußball-WM in den USA droht ein Arbeitskampf, der das prestigeträchtige Turnier überschatten könnte. Beschäftigte des SoFi Stadium in Los Angeles haben angekündigt, bei Einsätzen der US-Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) zu streiken – ein Schritt, der die ohnehin schon angespannte Atmosphäre rund um die WM weiter verschärft.
Gewerkschaft fordert garantien für sichere arbeitsbedingungen
Die Gewerkschaft „Unite Here Local 11“, die über 30.000 Beschäftigte in Hotels, Flughäfen und Sportarenen vertritt, hat ihre Streikdrohung deutlich verstärkt. Bei einer Kundgebung vor dem SoFi Stadium wurde verkündet, dass die Arbeit eingestellt wird, sollten ICE-Agenten während der acht WM-Spiele in Los Angeles aktiv werden. Die Forderung ist klar: bundesweite Garantien, dass ICE während des Turniers keine Rolle spielt. Die Gewerkschaft hat bereits eine formelle Beschwerde bei der National Labor Relations Board (NLRB) gegen die FIFA und andere beteiligte Organisationen eingereicht, da die Präsenz von ICE ein „Klima der Angst“ schaffe.
Isaac Martinez, Stadionkoch und Teilnehmer der Kundgebung, brachte die Sorge vieler Beschäftigter zum Ausdruck: „Wir wollen nicht in Angst zur Arbeit kommen oder Angst haben, auf dem Heimweg festgenommen zu werden.“ Die Angst vor willkürlichen Festnahmen und die Unsicherheit über die Zukunft sind spürbar. Die Zahl von 2.000 Beschäftigten der WM-Arena, die von dieser Situation betroffen sind, unterstreicht die Brisanz der Lage.

Datenschutzbedenken und die rolle der fifa
Neben der Streikdrohung gibt es auch Bedenken hinsichtlich des Akkreditierungsverfahrens der FIFA. Beschäftigte müssen persönliche Daten vorlegen, was zu der Sorge führt, dass diese Informationen an ICE-Behörden, ausländische Staaten oder Geheimdienste weitergegeben werden könnten. Yolanda Fierro, eine Stadionangestellte, forderte die FIFA auf, die Privatsphäre der Mitarbeiter zu respektieren und ihre Daten nicht an Dritte weiterzugeben. Die FIFA schweigt bislang zu diesen Vorwürfen.
Die Aussage des ICE-Direktors Todd Lyons im Februar, dass seine Behörde während des Turniers eine Schlüsselrolle für die Sicherheit spielen werde, hat die Ängste zusätzlich geschürt. Die Erinnerung an die tödlichen Einsätze von ICE-Agenten in Minneapolis zu Beginn des Jahres ist noch frisch und verstärkt die Besorgnis über mögliche Eskalationen.
Acht WM-Spiele, darunter das Eröffnungsspiel der USA gegen Paraguay am 13. Juni, sollen im SoFi Stadium in Inglewood stattfinden. Die Frage ist, ob die FIFA und die US-Behörden in der Lage sein werden, eine Lösung zu finden, die sowohl die Sicherheit gewährleistet als auch die Rechte der Beschäftigten schützt. Die Uhr tickt, und die Welt blickt gespannt auf Los Angeles.
