Fußball-revolution? milliardär harburg will das geschäft neu denken

Ben Harburg, ein Name, der in der Fußballwelt für Aufsehen sorgt. Der US-Milliardär investiert nicht nur in mehrere Klubs, sondern will das Geschäftsmodell Fußball von Grund auf revolutionieren – mit einer Kette von Investitionen und einer radikalen Vision, die das etablierte System in Frage stellt.

Ein finanzgurus blick auf den fußball

Harburg, geschäftsführender Gesellschafter eines Investmentfonds aus China, betrachtet den Profifußball als „eines der ineffizientesten Geschäftsmodelle, das ich je gesehen habe“. Seine Diagnose: Korruption, veraltete Denkweisen und eine mangelnde Integration von Technologie. Er sieht sich als jemand, der diese Probleme lösen kann – mit dem Kapital und der Erfahrung eines Mannes, der in der Finanzwelt zu Hause ist. „Fußball ist kein guter Weg, um Geld zu verdienen“, gesteht er offen, „aber das hier macht am meisten Spaß.“

Sein Einstieg in den Fußball begann mit einem Minderheitsanteil am spanischen Zweitligisten FC Cadiz. Dieser Klub ist für Harburg mehr als nur eine Investition; es ist eine Art Labor, in dem er seine Ideen testen will. Er möchte zeigen, dass Fußball nicht nur Leidenschaft sein kann, sondern auch ein effizient geführtes Unternehmen.

Saudi-arabien als sprungbrett

Saudi-arabien als sprungbrett

Neben Cadiz hat Harburg im Sommer 2025 die Kontrolle über den saudischen Klub Al-Kholood übernommen. Damit ist er der erste Ausländer, der einen saudischen Profiklub besitzt – ein Signal für das wachsende Interesse aus dem Ausland am saudischen Fußballmarkt. Die FIFA-Vergabe der WM 2034 an Saudi-Arabien unterstreicht die langfristigen Ambitionen des Landes, sich als globaler Fußballstandort zu etablieren. Harburg sieht darin eine Chance, in einem Markt zu investieren, der durch hohe Ressourcen und eine immense Fußballbegeisterung getrieben wird: 75 Prozent der Bevölkerung sind Fans – eine Zahl, die in Brasilien und den meisten europäischen Ländern deutlich niedriger liegt.

Harburgs Strategie geht über den Besitz einzelner Klubs hinaus. Er verfolgt das Konzept der Multi-Club-Ownership, bei dem mehrere Klubs unter einem Dach zusammenarbeiten. Das Ziel ist es, Talente zu entwickeln, Transfererlöse zu maximieren und gleichzeitig die finanzielle Stabilität zu gewährleisten. Kritiker bemängeln jedoch, dass dieses Modell den Wettbewerb verzerren und die Identität der Klubs gefährden könnte.

Ein ungewöhnlicher ansatz: verschenken statt profit

Ein ungewöhnlicher ansatz: verschenken statt profit

Was Harburgs Ansatz wirklich einzigartig macht, ist seine Philosophie, die Fangemeinde anders aufzubauen. „Ich will dir kein Geld aus der Tasche ziehen. Ich möchte die Plätze im Stadion gerne verschenken“, erklärt er. Er plädiert sogar dafür, die Rechte an den Trikots freizugeben, damit sie von jedem kopiert und verkauft werden können. „Es sind die Menschen, die unseren Verein sponsern, weil sie wissen, dass er eine riesige Fangemeinde hat.“

Al-Kholood, den er bewusst ohne nennenswerte Fanbasis übernahm, dient als Modell für seinen ganzheitlichen Ansatz. Der überraschende Einzug ins Finale des King Cups, dem nationalen Pokalwettbewerb, beweist, dass sein Konzept aufhorchen lassen kann – auch wenn der Gegner Al-Hilal mit Stars wie Neymar und Benzema eine haushohe Favoritenrolle einnimmt. Der Ausgang ist offen, doch eines ist klar: Ben Harburg ist entschlossen, den Fußball neu zu denken – und das mit einem ungewöhnlichen Mix aus Finanzwissen und Fußballleidenschaft.