Fußballgeschichte neu geschrieben: relaños '366 unvergessliche'
Madrid bebte gestern Abend, als der renommierte Journalist Alfredo Relaño sein lang erwartetes Werk '366 Fußballer aller Zeiten, die Geschichte geschrieben haben' vorstellte. Eine Hommage an die größten Legenden des Sports, die weit über die Namen Di Stéfano, Pelé und Messi hinausgeht – und eine provokante These über den Zustand des modernen Fußballs.

Valdano: der fußball verliert seine seele
Die Präsentation im Ateneo de Madrid war ein Who's Who des spanischen Fußballs. Neben Iñaki Gabilondo, der Relaños Werk als eine willkommene Gelegenheit bezeichnete, die eigenen Fußball-Diskussionen wieder aufleben zu lassen, waren auch Javier Tebas und Enrique Cerezo anwesend. Doch der wohl pointierteste Kommentar kam von Jorge Valdano, der mit einem Augenzwinkern feststellte, dass das Buch „von jemandem geschrieben wurde, der den Fußball liebt“ – und gleichzeitig beklagte, dass sich der Sport immer mehr in systematische Strukturen verliert. Eine Beobachtung, die viele Fußballfans teilen.
Relaño selbst erklärte, dass die Auswahl der 366 Spieler eine „fatigue Arbeit“ war, die er jedoch mit Freude erfüllte. Er teilte die Geschichte des Fußballs in fünf Epochen ein und suchte nach Spielern, die nicht nur herausragende Fähigkeiten besaßen, sondern auch einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Ein entscheidender Tipp von Valdano, sich von der „sentimentalen Erinnerung“ leiten zu lassen, half ihm dabei, die endgültige Liste zu erstellen.
Die Debatte um die Moderne Während die Diskussionen über die größten Fußballer aller Zeiten nie enden werden, wurde bei der Präsentation deutlich, dass sich der Fußball grundlegend gewandelt hat. Gabilondo sprach von einer „sehr vorhersehbaren“ Entwicklung, während Relaño und Valdano die „Essenz der Straße“ vermissten – den ungestümen, kreativen Fußball von Spielern wie Neymar, Marcelo und Ronaldinho. Mbappé und Lamine Yamal, die aktuell zu den besten gehören, sind im Buch enthalten, während Namen wie Pedri und Vinicius Jr. – trotz ihres Potenzials – noch fehlen.
Besonders schmerzhaft war für Relaño das Auslassen von Fernando Redondo, der als der 367. Spieler auf seiner Liste figurierte. Ein Beweis dafür, dass selbst die sorgfältigste Auswahl immer Opfer erfordert. Doch die Spieler, die es in das Buch geschafft haben, haben unbestreitbar eine bleibende Spur in der Geschichte des Sports hinterlassen – eine Geschichte, die Relaño mit seinem Werk würdigt.
Die Frage, ob der moderne Fußball die Magie und Spontaneität vergangener Zeiten verloren hat, bleibt offen. Doch eines ist sicher: Relaños Buch ist eine Hommage an die Spieler, die den Fußball zu dem gemacht haben, was er heute ist – ein Spiel voller Leidenschaft, Talent und unvergesslicher Momente. Und das, so Valdano, ist es, was den Fußball so besonders macht.
