Füchse berlin: traumtor wandelt sich in alptraum – finale in gefahr?
Berlin brodelt – und das nicht im positiven Sinne. Die Füchse Berlin, nach 40 Minuten Handball auf höchstem Niveau, ließen eine komfortable Führung gegen Veszprém in einem wahren Endspiel-Thriller dramatisch aus der Hand geben. Ein 34:35-Auswärtssieg für die Ungarn katapultiert die Berliner in eine angespannte Lage vor dem Rückspiel.
Die zehn minuten, die alles veränderten
Was für eine Achterbahnfahrt! Die Füchse präsentierten sich in der ersten Halbzeit beeindruckend, zogen das Spiel durch eine starke Teamleistung und individuelle Glanzleistungen von Mathias Gidsel (13 Tore) kontrollieren. Eine 25:20-Führung zur Pause und ein weiter Anwachsen des Vorsprungs deuteten auf eine sichere Qualifikation für das Final4 hin. Doch dann folgte ein Albtraum von zehn Minuten. Unachtsamkeiten, vergebene Angriffe und eine beeindruckende Aufholjagd von Veszprém brachten die Partie völlig aus dem Gleichgewicht. Die ungarische Deckung fand immer besser zu ihrem Spiel, insbesondere der Ex-Bundesliga-Star Ivan Martinović (vier Treffer in den letzten sechs Minuten) schlug zu.

Krickau: „noch alles drin – aber wir müssen besser verteidigen“
Trainer Nicolej Krickau zeigte sich nach der Partie sichtlich enttäuscht, ließ aber keinen Zweifel daran, dass die Hoffnung auf ein Happy End noch lebt. „Es ist noch alles drin für uns“, betonte der Coach. „Das starke Sieben-gegen-Sechs von Veszprém hat den Unterschied gemacht. Wir hätten die Führung besser verteidigen müssen und konzentrierter agieren müssen.“ Die Unterstützung der 9000 Fans in der Max-Schmeling-Halle am kommenden Freitag soll nun der Schlüssel zum Finalsieg sein. Krickau weiß: „Wir wollen ins Final4 – deshalb bereiten wir uns intensiv vor.“

Veszprém nutzt berliner nachlässigkeit
Die Auswärtsschwäche, die Veszprém in dieser Saison begleitet hat, scheint Vergangenheit. Die Ungarn zeigten eine beeindruckende Moral und nutzten die Berliner Unsicherheiten gnadenlos aus. Nils Lichtlein (5 Tore) und Lasse Andersson (8 Treffer) sorgten für zusätzliche Gefahr im Angriff. Füchse-Kapitän Max Darj räumte ein: „Wir hätten mit fünf Toren Führung cleverer sein können. Die Cleverness war heute auf Veszprém-Seite.“
Die Partie war von einer hitzigen Atmosphäre geprägt, insbesondere die Fans von Veszprém sorgten für eine beeindruckende Kulisse. Ob die Berliner diese Energie am kommenden Freitag in eine Leistungssteigerung umwandeln können, wird die Stunde schlagen. Die Ausgangslage ist klar: Nur ein Sieg reitet die Füchse ins Final4.
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