Füchse berlin patzen im luxusmodus – gidsels gala reicht nicht
34:37 in Nantes – ein Ergebnis, das die Füchse Berlin wie ein Schluck zu heißer Suppe herunterschlucken mussten. Gruppensieg bereits sicher, doch der Geschmack bleibt bitter. Mathias Gidsel war mit elf Treffern ein Feuerwerk, doch das rettete nichts.

Krickau zieht durch die katakomben und rüttelt seinen kader wach
„Ich bin noch angepisst“, sagt Jaron Siewert Krickau, während er durch die Arena schlendert, als wolle er jeden einzelnen Ballverlust aus den Ecken klauben. 100 technische Fehler, ein Haufen Spielkultur im Papierkorb. „Wenn wir so auftreten, verlieren wir auch am Sonntag gegen Erlangen.“ Der Trainer redet Tacheles, nichts von wegen „komisches Spiel“. Er redet vom Charakter, der fehlte.
Nils Lichtlein stemmt sich gegen die Enttäuschung. „Die Fans haben das nicht verdient“, sagt der 23-jährige Spielmacher und klingt dabei, als hätte er selbst das Auswärtstor zugelassen. Er spricht von Respekt, der verspielt wurde, von Niveau, das man sich selbst vorenthält. Dabei war das Spiel bedeutungslos – aber eben nur auf dem Papier.
Nun lauert Paris oder Veszprém. Lichtlein zuckt mit den Schultern: „Wurscht. Hauptsache, die beiden prügeln sich vorher richtig.“ Die Botschaft ist klar: Wer gegen Berlin antritt, sollte blutige Knie haben.
Am Sonntag kommt der HC Erlangen. Viggó Kristjánsson ist in Topform, ein X-Faktor mit Eishockey-Temperament. Krickau kennt die Hausaufgabe: „Wir müssen ihn stoppen – und zehn andere auch.“ Ein Heimspiel, das plötzlich wieder zählt. Kein Luxusmodus mehr, nur noch Handball, pur und rau.
