Füchse berlin feiern pokalsieg, blick schon auf champions league

Berlin feiert – zumindest teilweise. Die Füchse Berlin haben den DKB-Pokal gewonnen, doch die Freude wird von der Notwendigkeit überschattet, in der Champions League zu bestehen, um die wirtschaftliche Stabilität des Vereins zu sichern. Ein Kontrastprogramm zur Stimmung im direkten Parallelgeschehen in Magdeburg.

Die berliner: pokal-euphorie und wirtschaftliche realität

Die Feierlichkeiten nach dem Pokalsieg gegen die Rhein-Neckar Löwen waren ausgelassen, aber kurzlebig. Geschäftsführer Bob Hanning ließ keinen Zweifel daran, dass der Fokus bereits wieder auf der Königsklasse liegt. „Der Pokal ist etwas ganz Besonderes, aber für uns ist die Champions League aus wirtschaftlichen Gründen elementar wichtig“, betonte er. Der Tabellendritte der Bundesliga muss nun entweder in der Liga die Top-Drei erreichen oder das Champions-League-Turnier gewinnen, um die Teilnahme am prestigeträchtigen Wettbewerb zu sichern. Trainer Nicolej Krickau sieht in der gewonnenen Pokalpartie einen wichtigen Vertrauensschub für sein Team. „Ich spüre eine Gewinnerkultur in der Mannschaft“, erklärte er.

Magdeburg im tal der tränen: psychologischer tiefpunkt

Magdeburg im tal der tränen: psychologischer tiefpunkt

Während in Berlin die Korken knallten, stecken die Spieler des SC Magdeburg in einer Krise. Nach dem verlorenen Pokalfinale gegen Lemgo Lippe und der überraschenden Niederlage gegen den Bergischen HC steht Trainer Bennet Wiegert vor einer enormen Aufgabe. „Habe ich Sorgen? Natürlich. Wenn man solch ein Wochenende spielt, zieht das nicht einfach so an einem vorbei“, gab er zu. Die Enttäuschung sitzt tief, und Wiegert räumte ein, dass er selbst noch „einige Wochen oder sogar Monate“ mit den negativen Emotionen zu kämpfen haben werde. Er hofft, dass seine Schützlinge die Niederlagen schnell verarbeiten und wieder zu alter Stärke finden können. „Das wird nicht so easy, wie mancher vielleicht denkt.“

Die Ausgangslage in der Bundesliga ist zwar weiterhin komfortabel – sieben Punkte Vorsprung auf Flensburg – doch die psychischen Nachwirkungen der Pokal-Pleiten könnten den Weg zum Titel erschweren. Das Viertelfinale in der Champions League gegen Pick Szeged wird dabei eine Standortbestimmung.

Die Füchse Berlin reisen am Donnerstag zum Topspiel gegen Gummersbach, ein Spiel, das Hanning als „heroische Aufgabe“ bezeichnet. Im Anschluss stehen die Duelle mit Veszprem an, die der 58-Jährige als „das schwierigste Los von allen“ einschätzt. Dennoch zeigt sich Weltklasse-Spieler Gidsel optimistisch: „Veszprem ist ein extrem starker Gegner, aber wir wissen, wie wir sie schlagen können.“

Die Unterschiede zwischen den beiden Vereinen könnten kaum größer sein: Während Berlin mit Rückenwind und Selbstvertrauen in die restliche Saison geht, muss Magdeburg erst einmal die Scherben zusammenkehren und die verlorene Linie wiederfinden. Der Pokal-Triumph der Füchse mag ein kleiner Schritt sein, aber er könnte entscheidend für die Zukunft des Vereins sein.