French open: sabalenka und osaka im späten night-session-duell
Paris – Ein ungewöhnlicher Anblick für die French Open: Aryna Sabalenka und Naomi Osaka werden am Montagabend das erste Frauen-Doppel im Rahmen einer Nightsession seit 2023 bestreiten. Die Entscheidung der Veranstalter, dieses Achtelfinal-Duell zur besten Sendezeit zu legen, wirft erneut Fragen nach der Gleichbehandlung von Damen- und Herrenspielen auf.

Die späte ehrung für die damen?
Die Einführung der Nightsession vor fünf Jahren versprach mehr Aufmerksamkeit für Tennis allgemein. Doch die Realität sieht anders aus: Nur wenige Frauenpartien fanden bisher unter Flutlicht statt. Boris Becker, Eurosport-Experte, brachte die Skepsis vieler auf den Punkt: “Die Veranstalter haben Angst, dass ein Frauen-Match schnell vorbei ist.” Eine Aussage, die die Debatte um die Sichtbarkeit von Damen-Tennis im großen Stil neu entfacht.
Es ist ein Fakt: Jannik Sinner und Arthur Rinderknech, zwei gesetzte Spieler, sind bereits ausgeschieden, was die Männerkonkurrenz in dieser Runde deutlich weniger prominent macht. Dennoch erscheint die Entscheidung, nun erstmals seit einiger Zeit wieder ein hochkarätiges Frauen-Match in der Night Session zu zeigen, verspätet. Osaka selbst äußerte sich gelassen: “Es ist mir egal, auf welchem Platz oder zu welcher Zeit ich spiele.” Eine pragmatische Sichtweise, die jedoch die tieferliegende Problematik nicht aus der Welt räumt.
Die Begegnung zwischen Sabalenka, der Nummer eins der Welt, und Osaka, der Nummer 16, ist zweifellos das Highlight des Montags. Doch die Frage, ob diese späte Anerkennung für Damen-Tennis tatsächlich zu einer nachhaltigen Veränderung führt, bleibt offen. Die bisherige Praxis der Veranstalter deutet auf eine zögerliche Haltung hin, die für anhaltende Kritik sorgen wird.
Die Zahlen lügen nicht: Von den bisherigen fünf Nightsession-Spielen zwischen Damen waren nur zwei im Achtelfinale angesetzt. Ein Umstand, der die Dominanz der Herren in der späten Sendezeit unterstreicht. Ob dieses Duell nun ein Wendepunkt sein wird, wird die Zukunft zeigen. Fest steht: Der Druck auf die Veranstalter, eine ausgewogenere Berücksichtigung von Damen- und Herrenspielen zu gewährleisten, ist größer denn je.
