Freiburg vor historischem halbfinale: beste schwärmt vom em-gefühl
Braga, Portugal – Der SC Freiburg steht vor dem größten Erfolg in seiner Vereinsgeschichte: dem Einzug ins Halbfinale des Europapokals. Niklas Beste und Trainer Julian Schuster sprechen von purer Vorfreude und dem Gefühl, für den Fußball zu spielen, das man liebt. Doch die Größe des Anlasses darf nicht über den Fokus auf die Aufgabe hinwegtäuschen.
Ein stadion, das geschichte schreibt
Julian Schuster, der Coach der Freiburger, ließ bei der Pressekonferenz die Erinnerung an die Europameisterschaft 2004 in Portugal Revue passieren. „Dieses besondere Stadion hier hat man durch die EM damals zum ersten Mal gesehen“, erinnerte sich Schuster, der damals selbst ein begeisterter Fußballfan war und die Panini-Sticker sammelte. Das Gefühl, nun selbst in diesem Stadion spielen zu dürfen, sei „cool“ und bedeutsam.
Das kleine portugiesische Städtchen Braga und sein Felsen-Stadion mit seinen zwei großen Tribünen sind nicht nur ein malerischer Kulisse, sondern auch Schauplatz eines historischen Ereignisses für den Sport-Club Freiburg. Das erste Europacup-Halbfinale der Vereinsgeschichte – ein Anlass, der die Verantwortlichen und Spieler gleichermaßen in Aufbruchstimmung versetzt.
„Natürlich ist das etwas sehr Besonderes“, betonte Schuster. „Da ist eine große Dankbarkeit zu spüren, aber auch eine hohe Motivation und eine große Vorfreude auf diese Aufgabe.“ Er beschrieb das Ankommen in Braga als ein „Kribbeln“, das ihn und seine Mannschaft erfasst habe. Die Energie der letzten Wochen, auch trotz der knappen Niederlage im DFB-Pokal gegen Stuttgart, habe das Team gestärkt und optimistisch für die anstehenden Herausforderungen gestimmt.

Beste: „so spielen wir fußball“
Niklas Beste, der Rechtsaußen, teilte diese Begeisterung. „Bei mir ist es eine große Vorfreude auf das Spiel morgen, weil ich glaube, genau das sind solche Spiele, dafür spielst du Fußball. Bessere Rahmenbedingungen gibt es eigentlich nicht“, erklärte er. Beste, der in der Hinrunde der Saison 2024/25 bei Benfica Lissabon spielte, kehrte im Januar 2025 für acht Millionen Euro zum Sport-Club zurück und scheint nun bereit zu sein, seine Rolle in diesem historischen Kapitel zu spielen.
Doch neben der Euphorie mahnt Schuster zur Besonnenheit. „Es wird wichtig sein, diese Wichtigkeit und Bedeutung in diesen Spielen immer wieder ausklammern zu können und sich auf die Aufgabe zu fokussieren“, so der Coach. Er zeigte sich zuversichtlich, dass seine Mannschaft in der Lage sei, diesen Druck zu bewältigen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Stärke des Teams liege in der klaren Fokussierung und der geringen Nervosität.

Personelle situation und ausblick
Ein positives Zeichen ist die Rückkehr von Matthias Ginter, Johan Manzambi, Yuito Suzuki und Jordy Makengo, die im letzten Spiel gegen Dortmund geschont wurden. „Es hat allen sicher gutgetan, diese Tage zu haben, um sich vom Spiel am letzten Donnerstag zu erholen. Von daher können wir mit jedem voll planen“, bestätigte Schuster. Dies gibt dem Team zusätzliche Sicherheit und ermöglicht es, mit einer nahezu optimalen Besetzung anzutreten.
Der SC Freiburg ist gewarnt: Sporting Braga hat im Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Betis Sevilla einen beeindruckenden 4:2-Sieg gefeiert. Dennoch gilt es, an die eigenen Leistungen der vergangenen Wochen anzuknüpfen. Die Viertelfinal-Heimspiele gegen Celta Vigo und die knappe Niederlage gegen die Bayern zeigen, welches Potenzial in der Mannschaft steckt.
Am späten Donnerstagabend wird sich zeigen, ob die Fans und das Team gemeinsam einen weiteren glänzenden „Sticker“ in ihr Europacup-Album kleben können. Doch eines ist sicher: Der SC Freiburg hat sich diesen Moment redlich verdient und wird alles daran setzen, diesen historischen Moment zu vergolden. Die Reise nach Portugal ist mehr als nur ein Spiel – sie ist ein Beweis für die Leidenschaft, den Kampfgeist und die unbändige Freude am Fußball.
