Frankfurter löwen schlafen sich in die sommerpause – nürnberg schickt sie mit paukenschlag heim
3:4 – die Zahlen stehen wie ein Spiegelbild der kompletten Saison: kurz vor Schluss noch mal Hoffnung, am Ende doch wieder nichts. Die Löwen Frankfurt verabschieden sich 2026 mit der sechsten Heimpleite in Folge von ihrem eigenen Eis, während die Nürnberg Ice Tigers nebenbei noch den Sprung auf Playoff-Platz 6 perfekt machen.
0:2 Nach zehn minuten – das war keine startlöcher, das war ein grab
Trainer Jeff Tomlinon stemmte die Hände in die Hüften, als Miha Verlič und Patrick Berger die Scheibe hinter Jonas Stettmer versenkten. Die Halle schwieg, 4 200 Zuschauer atmeten kollektiv ein – und wussten: Das wird ein langer Nachmittag. Denn wenn selbst das vierte Sturmduo der Franken ohne Druck frei vor dem Tor auftaucht, spricht das Bände über die Defensivarbeit der Gastgeber.
Die Löwen schafften zwar zwischenzeitlich den Anschluss durch Matthew Coronato, doch jedes Mal, wenn die Frankfurter aufzog, antwortete Nürnberg mit einem Konter. Elmar Proft nutzte ein Powerplay, Lukas Kälble schockte mit einem Distanzschuss – 2:4 vor der zweiten Pause. Die Statistik verrät: In 73 % der Spiele, in denen Frankfurt nach 40 Minuten hinten lag, gab es kein Comeback.

Die saison in einer zahl: 55 gegentore in 14 heimspielen
Manager Stefan Ustorf schlurfte nach dem Abpfiff durch den Mixed-Zone-Gang, ohne Ansage, ohne Show. Die Sommerpause beginnt mit einem Hilferuf. Der vorletzte Platz bedeutet nicht nur fehlende Playoff-Einnahmen, sondern auch einen Etatstopp von 1,3 Millionen Euro, den Sponsoren bislang nur unter Vorbehalt zugesagt haben. Die Lizenzunterlagen sind bereits beim DEB eingereicht – mit einem fetten Fragezeichen hinter dem Punkteschnitt der nächsten Runde.
Die Spieler plauderten nicht. Coronato schob nur den Kopf durch die Kabinentür, murmelte „Wir waren zu langsam in den Zweikämpfen“ und verschwand. Die Eislöwen Dresden – einziger Konkurrent im Keller – feierten indirekt mit: Dank des Frankfurter Patzers haben sie die Relegationszone verlassen und sparen sich das Zittern im April.

Nürnberg feiert, frankfurt rechnet
Für die Ice Tigers war es der achte Auswärtssieg in Serie, eine Bestmarke seit 2019. Trainer Mike Pellegrims ließ seinen Assistencaptain Brooks Macek extra Eiszeit gegen Ende gewähren, um die Reihen zu schonen – ein Luxus, den sich Frankfurt diese Saison nie leisten konnte. Die Nürnberger Fans skandierten „We want Playoffs!“, während auf der Gegenseite bereits die Abbaucrew die Banden demontierte.
Die Löwen gehen mit 19 Niederlagen aus 28 Spielen in die Pause. Die sportliche Leitung will sich in den nächsten zehn Tagen entscheiden, ob ein kompletter Umbruch droht oder ob man an der Stammstruktur festhält. Ein Scouting-Termin in North Dakota ist bereits gebucht – versteckt im Kalender unter „Urlaub“.
Frankfurt kann nur hoffen, dass die nächste Saison nicht wieder mit einem 0:2-Fehlstart beginnt. Die Zahlen sind eindeutig: Wer nach zehn Minuten zweimal kassiert, verliert in dieser DEL 82 % der Spiele. Die Löwen haben den Beweis geliefert – und schlafen sich mit offenen Augen in die Sommerpause.
