Frankenderby-thriller: kann nürnberg den druck überwinden?

1. FC Nürnberg gegen SpVgg Fürth – das 276. Frankenderby steht vor der Tür. Doch während die Kleeblätter um den Klassenerhalt kämpfen, kann der Club entspannt in die Partie am Sonntag gehen. Eine scheinbare Erleichterung, die aber in der Vergangenheit schon oft zu Stolpersteinen führte, warnt Trainer Miroslav Klose.

Klose: der druck liegt im kopf

Der 1. FC Nürnberg hat den Abstiegskampf dank des 1:0-Sieges gegen Magdeburg hinter sich gelassen. Die 40-Punkte-Marke ist geknackt, der Druck ist – zumindest auf dem Papier – weg. Doch Klose mahnt zur Vorsicht: „Immer wenn Druck drauf war, haben wir gute Spiele gemacht. Wenn es lockerer wurde, haben wir schlecht abgeliefert.“ Er erinnert daran, dass die „Do-or-Die“-Mentalität den Mittelfranken oft in die Lage versetzt, ihr volles Potenzial zu entfalten. Paradoxerweise könnte der fehlende Druck für Nürnberg daher kontraproduktiv sein.

Wer stürmt vorneweg? die frage nach zoma und grimaldi

Wer stürmt vorneweg? die frage nach zoma und grimaldi

Die Abwehrreihe um Kapitän Fabio Gruber ist gesetzt, auch im Mittelfeld herrscht Klarheit. Doch in der vordersten Front tut sich ein Fragezeichen auf. Torjäger Mohamed Ali Zoma ist noch nicht ins Mannschaftstraining zurückgekehrt und somit fraglich. Auch die Leistung von Antonio Grimaldi gegen Magdeburg ließ zu wünschen übrig. Seine Ballberührungen waren oft unglücklich, er wirkte wie ein Fremdkörper. „Wir hatten ein Gespräch und haben uns intensiv ausgetauscht“, so Klose. Piet Scobel könnte daher am Sonntag seine Chance erhalten. Klose hält sich zwar bedeckt, aber es scheint, dass die Entscheidung bereits gefallen ist.

Fürth im abstiegskampf – klose wünscht sich ein derby-wiedersehen

Fürth im abstiegskampf – klose wünscht sich ein derby-wiedersehen

Auf der anderen Seite steht eine Fürther Mannschaft, für die das Frankenderby mehr ist als nur ein Prestige-Duell – es könnte existenziell sein. Klose zeigt sich zwar zurückhaltend, kommentiert die Situation der Kleeblätter aber ehrlich: „Ich habe diesen Abstieg von Fürth gar nicht im Kopf. Das wäre bösartig, wenn man dem Trainerkollegen das wünscht.“ Er betont die Bedeutung des Derbys für die Region und äußert den Wunsch nach zwei weiteren Derbys in der kommenden Saison. „Es ist etwas für die Region, ich weiß, wie alle mitfiebern. Dann würde ich etwas missen.“

Das Spiel am Sonntag hat für den 1. FC Nürnberg jedoch klare Priorität. Ein Sieg ist Pflicht, um das neu gewonnene Image einer schlagfertigen Mannschaft zu festigen und den Fans ein schönes Gefühl zu geben. Denn verlieren ist in einem Derby, so Klose, „natürlich trotzdem verboten.“