Formel-1-boss domenicali wehrt kritik an den neuen regeln ab: „die rennen sind spannend, das publikum wächst!“,
München – Der Formel-1-Präsident Stefano Domenicali hat in einem Interview mit Radio 24 die jüngsten Kritik an den neuen Rennreglementen energisch zurückgewiesen. Während Puristen weiterhin an alten Tugenden festhalten, sieht Domenicali eine wachsende Fangemeinde und packende Rennen, die durch die aktuellen Bestimmungen ermöglicht werden.
Der veteran des sports: kritik ist nichts neues
Domenicali, der seit den 1990er Jahren im Motorsport aktiv ist, betonte, dass Kritik an Regeländerungen ein ständiger Begleiter sei. „Ich kann mich mittlerweile als Veteran dieses Sports bezeichnen. Solche Kommentare gab es immer wieder, besonders von jenen, die im Qualifying hinter ihren eigentlichen Möglichkeiten zurückblieben. Das müssen wir ehrlich anerkennen“, so der 61-Jährige. Er zeigte sich wenig überrascht von den anfänglichen Beschwerden, die vor allem von traditionalistischen Fans lautstark geäußert wurden.

Strategische notwendigkeit: die power unit im fokus
Die aktuellen technischen Entscheidungen, einschließlich der kontrovers diskutierten Strategien wie „Lift and Coast“, wurden laut Domenicali aus strategischen Gründen getroffen. „Bei jeder Änderung der Reglements gibt es Gründe dafür. Man mag sie mögen oder nicht, aber sie entsprangen einer Notwendigkeit. Ohne diese Art von Power Unit hätten wir heute keine Hersteller im Weltmeisterschaft gehabt, die bereit sind, mitzuspielen“, erklärte er. Ein entscheidender Faktor sei dabei die Möglichkeit gewesen, das Interesse großer Automobilhersteller an der Formel 1 zu wecken und langfristig zu sichern.
Schon für den Zyklus ab 2027 plant die Formel 1 eine Rückkehr zu einem klassischeren Antriebskonzept. Der Anteil des Verbrennungsmotors (ICE) soll auf 60 Prozent erhöht und der des Elektromotors (ERS) auf 40 Prozent reduziert werden. Dieser Schritt soll die Fahrzeuge intuitiver für die Fahrer machen und ihnen ermöglichen, längere Zeit Vollgas zu fahren, ohne sich ausschließlich auf die Batterie verlassen zu müssen.
Spannende rennen, wachsendes publikum
Domenicali wies darauf hin, dass die Rennen bereits nach den ersten drei Grand Prix, insbesondere nach dem Rennen in Miami, an Attraktivität gewonnen hätten. „Die technischen Details, die für Puristen relevant sind, haben sich bereits in den Hintergrund gedrängt. Wir haben bereits Maßnahmen für das nächste Jahr ergriffen, um diese Diskussionen weiter zu minimieren.“
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Das Publikum wächst, die Rennen sind spannend, und die Formel 1 muss sich weiterhin an die Bedürfnisse ihrer Fans anpassen. „Unser Ziel ist es, immer aufmerksam zu bleiben und die Stimmen derer zu hören, die uns unterstützen – Millionen von Menschen weltweit, immer mehr junge Menschen, die von einer Formel 1 angezogen werden, die sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat. Denn „Lift and Coast“, die in den letzten Grand Prix diskutierte Strategie, existierte bereits in den 1980er Jahren – das sollten wir nicht vergessen!“
Die Formel 1 steht vor einer spannenden Zukunft, in der technische Innovation und die Bedürfnisse der Fans gleichermaßen berücksichtigt werden müssen. Nur so kann der Sport seine Position als weltweit führende Rennserie behaupten.
