Formel 1 startet in melbourne: chaos, hoffnung und ein zitterndes lenkrad
91 Tage Pause, dann geht es wieder los – und die Formel 1 kehrt nicht als dieselbe zurück. Melbourne, Albert Park, Sonntag früh um fünf. Lando Norris verteidigt seinen WM-Titel, Max Verstappen will sich zurückkämpfen, und Lewis Hamilton sitzt zum zweiten Mal im Ferrari. Aber das eigentliche Thema dieses Wochenendes ist keiner dieser Namen. Es ist das Auto selbst.
Warum sich diese saison grundlegend anders anfühlt
Alle Teams mussten von Grund auf neu konstruieren. Nicht optimieren, nicht verfeinern – neu bauen. Der Grund: ein komplett überarbeiteter Hybridantrieb, bei dem fast die Hälfte der Leistung aus dem Elektromotor kommt. Das klingt nach Technik-Fußnote, ist aber eine Zäsur. Die Piloten müssen ihre Fahrtechnik aktiv anpassen, um den Generator zu speisen – wer das nicht beherrscht, verliert Energie, verliert Zeit, verliert Positionen. Die Formel 1 hat sich selbst neu erfunden, ob sie wollte oder nicht.

Audi und cadillac: zwei neue teams, zwei völlig verschiedene realitäten
Das neue Reglement hat Hersteller angelockt, die jahrelang gezögert haben. Audi ist nun dabei, Cadillac ebenfalls – und der Unterschied zwischen beiden könnte kaum größer sein. Audi übernahm den Sauber-Rennstall und brachte Struktur, Erfahrung und offenbar ein konkurrenzfähiges Auto mit. Nico Hülkenberg sitzt am Steuer, und die Testfahrten deuteten an: Diese Mannschaft startet nicht am Ende des Feldes.
Cadillac dagegen begann wirklich bei null. Valtteri Bottas und Sergio Perez verbrachten bei den Tests mehr Zeit in der Box als auf der Strecke. Ein schwieriger Start war einkalkuliert – trotzdem war das Ausmaß der Probleme ernüchternd. Die Amerikaner werden in Melbourne kämpfen, nicht glänzen.

Mercedes als heimlicher favorit, aston martin als sorgenkind der saison
Unter den etablierten Teams gelten Mercedes als stärkster Anwärter auf den Titel – stärker noch als der amtierende Champion McLaren. George Russell kommentierte das lakonisch: „Es wird viel über uns gesprochen – das kann man wohl als Kompliment sehen.
