Formel 1 kippt wüsten-doppel: bahrain und saudi-arabien fallen aus

Die Motorsaison rast in eine geopolitische Sackgasse. Nach Sky-Informationen sind die Grand-Prix-Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien kurzfristig gestrichen – ein Schlag gegen die ursprünglich geplante 24-Stunden-Saison.

Keine offizielle Bestätigung, aber im Fahrerlager ist man sich sicher: Der 12. April in Sachir und der 19. April in Dschidda finden nicht statt. Auslöser ist die eskalierte Sicherheitslage im Nahen Osten. Iranische Raketen trafen zuletzt ein Wohnhaus und das Crowne Plaza Manama, das sonst Williams-Mitarbeiter beherbergt. Ein Wasserentsalzungswerk und ein Ölfeld wurden ebenfalls attackiert.

Kein rennen, keine tv-gebühr – der streit ums geld

Hinter verschlossenen Türen verhandelten Promoter und Liberty Media über einen finanziellen Kompromiss. Bahrain zahlt rund 40 Millionen Dollar Ausrichtergebühr. Sagt der Staat selbst ab, bleibt er auf der Rechnung sitzen. Sagt die Formel 1 ab, entfällt die Gebühr. Die Lösung: beide Seiten schweigen, der Kalender wird stillschweigend gekürzt.

Saudi-Arabien kämpfte bis zuletzt. Die Saudis boten an, Teams und Personal mit Charterflügen einzufliegen und versicherten, ihr Luftabwehrsystem sei „state of the art“. Doch ohne das vorherige Rennen in Bahrain fehlt das Frachtschiff für Chassis, Motoren und Hospitality-Units. Die Logistik domino steigt aus.

22 Rennen bleiben, kein ersatztermin geplant

22 Rennen bleiben, kein ersatztermin geplant

Die Formel 1 hält trotz des Doppelausfalls die vertragliche Mindestmenge von 22 WM-Läufen. Für Fans bedeutet das: zwei Wochenenden weniger Action, aber keine Rückerstattung der TV-Abos. Die nächsten Piloten dürfen wieder Vollgas geben, wenn die Karawane Mitte Mai in Imola eintrifft.

Die Wüste hat gesprochen – mit Raketen statt Motorensound.