Ford puma bekommt level-2-gehirn und steckt 41 km mehr strom in die knochen

Dearborn schickt den kleinen Crossover zum Software-Update und stopft ihm eine größere Batterie ein – wer jetzt noch über Elektro-Zulauf jammert, guckt einfach in die Preisliste.

Puma spürt den bluecruise-fiebertraum

Seit dieser Woche rollt die BlueCruise-Edition beider Puma-Varianten vom Band. Level-2-Autonomie, bei der der Fahrer die Hände vom Lenker nehmen darf, bleibt aber ein europäisches Teilstück: 135 000 Autobahnkilometer in 16 Ländern gelten als erlaubte Spielwiese, Italien inklusive. Die Technik liest Markierungen, passt Tempo und Spur, bremst selbst bis zum Stillstand – nur wegschauen ist verboten. Ford verlangt für die Software 550 Euro im Jahr, wenn sie nachträglich eingeschaltet wird; die BlueCruise-Edition liefert das Paket dauerhaft mit.

Die Rechnung ist schnell gemacht: Wer viel Autobahn fährt, spart sich in zwei Jahren eine Massagebank im Wohnzimmer, weil der Stauassistent die Nerven behält. Die Hardware steckt bereits in jedem neuen Puma, Kamera, Radar und Kontrolleinheit sind serienmäßig verbaut – ein OTA-Update genügt, das Autoschlüssel-Abonnement kommt später.

Gen-e tankt 3 kwh mehr und wird flott

Gen-e tankt 3 kwh mehr und wird flott

Die elektrische Schwester Puma Gen-E kriecht aus dem Schatten der 43-kWh-Grenze: 46 kWh netto stecken jetzt unter dem Ladeboden, 41 Kilometer zusätzliche Reichweite sind die Folge – 417 statt 376 Kilometer nach WLTP. Die Ladeleistung bleibt bescheiden: 11 kWein Wechselstrom, 100 kW Gleichstrom. Wer schnell von Turin nach Palermo will, muss trotzdem zweimal Kaffee trinken.

Ford verspricht, dass die Zellchemie optimiert wurde, ohne auf teures NCM zu setzen. Preiserhöhung? 700 Euro für die größere Batterie, werbst du den Gen-E jetzt bestellt, zahlt ab Werk dieselbe Summe wie vor der Zell-OP – ein stiller Preisverzicht, weil die Konkurrenz von Jeep und Peugeot lauter wird.

Beide Updates kommen just rechtzeitig für die Modellpflege 2025, die ab Sommer die Frontpartie mit neuem LED-Signaturband und den Innenraum mit größerem Touchscreen nachliefert. Wer jetzt zögert, bekommt im Herbst das Facelift und sitzt auf dem alten Akku – das ist der Haken an der Euphorie.

Marktcheck: Im vergangenen Jahr schrumpfte der B-SUV-Segmentumsatz in Europa um 8 %, aber Ford behauptete trotz Lieferengpässen 4 % Zuwachs bei Puma und Gen-E. Mit der BlueCruise-Edition zielt der Hersteller auf Dienstreisende ab 30 000 Kilometern jährlich – genau die Klientel, die sich sonst für einen VW T-Cross oder einen Captur entscheidet. Die 41 Kilometer Extra reichen nicht für ein Ligurien-Wochenende ohne Laden, aber für den Alltag in Mailand, wo jeder zweite Fahrer eh nur 35 Kilometer am Tag zurücklegt.

Fazit: Ford verpasst dem Puma kein Feuerwerk, sondern ein Solides-Update-Paket. Die Frage ist nicht, ob das reicht, sondern wie lange die Konkurrenz braucht, bis sie nachzieht. Die Antwort lautet: spätestens bei der nächsten Preisrunde im Herbst.