Flottenmanager: e-autos sind da, daten bleiben ungenutzt!
Die Umstellung auf Elektro- und Plug-in-Hybride in deutschen Firmenflotten schreitet voran, doch eine aktuelle Studie des Politecnico di Milano zeigt ein überraschendes Problem: Das volle Potenzial dieser Fahrzeuge wird verschenkt. Während fast neun von zehn Unternehmen bereits auf Elektromobilität setzen, nutzt kaum die Hälfte die wertvollen Daten, die diese vernetzten Autos liefern.
Vernetzte autos, ungenutzte informationen
Die Untersuchung, durchgeführt von Best Mobility und dem Observatorio Connected Vehicle & Mobility, befragte 101 Fuhrparkmanager, die insgesamt über 68.000 Fahrzeuge verantworten. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Elektromobilität wird zur Priorität – 89 Prozent der Firmen haben bereits mindestens ein E-Fahrzeug oder Plug-in-Hybrid im Fuhrpark, und 73 Prozent planen eine weitere Ausweitung in den nächsten zwölf Monaten. Der Anreiz kommt von neuen Steuerregelungen, dem Wunsch nach mehr Umweltschutz und einer besseren Firmenimage.
Aber hier kommt der Knackpunkt: Nur 27 Prozent der befragten Unternehmen nutzen die Daten ihrer vernetzten Fahrzeuge tatsächlich, und gerade mal 30 Prozent wagen es, diese Informationen für bessere Geschäftsentscheidungen zu verwenden. Das ist ein enormes Versäumnis, denn die Daten könnten Einblicke in Fahrverhalten, Energieverbrauch und Wartungsbedarf liefern.
Die größten Hürden? Neben der noch immer eingeschränkten Ladeinfrastruktur und den höheren Anschaffungskosten werden auch die Reichweitenangst und die langen Ladezeiten genannt. Doch das eigentliche Problem scheint eine andere Disziplin zu sein: die Digitalisierung.

Künstliche intelligenz kommt ins spiel
Während Assistenzsysteme (ADAS), Infotainment und Ferndiagnose bereits weit verbreitet sind, rückt auch die künstliche Intelligenz ins Rampenlicht. Ein Fünftel der Unternehmen hat KI-Lösungen bereits im Einsatz oder evaluiert sie, und weitere 30 Prozent planen entsprechende Investitionen in den nächsten zwei Jahren. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig: von der Analyse des Fahrverhaltens bis zur Optimierung der Routenplanung und der vorausschauenden Wartung.
Ein weiterer, oft übersehener Aspekt ist die Datensicherheit. Lediglich 5 Prozent der Unternehmen verfügen über spezielle Cybersecurity-Programme für ihre Flotten – ein Wert, der angesichts der zunehmenden Vernetzung dringend verbessert werden muss. Die Zukunft des Flottenmanagements liegt klar in der intelligenten Nutzung von Daten und der Integration neuer Technologien.
In den nächsten fünf Jahren werden Unternehmen verstärkt auf den Ausbau ihrer Flotten, die Entwicklung neuer Technologien und die Stärkung ihrer Telematik- und Konnektivitätslösungen setzen. Ein strategischer Ansatz, der sowohl die Wettbewerbsfähigkeit als auch die Nachhaltigkeit der Unternehmen stärken kann. Die Daten liegen auf dem Tisch – es kommt darauf an, sie sinnvoll zu nutzen.
