Flames stolpern ins verderben – dortmunds lassource lässt bensheim zittern

32:34 lautet die Ohrfeige, die die HSG Bensheim/Auerbach am Samstagabend kassierte. Im ersten Halbfinale der Handball-Playoffs zogen die Flames im Westfalenstadion gegen Borussia Dortmund die Kürzere und stehen nun mit dem Rücken zur Wand: Ein weiterer Patzer im heimischen August-Bebel-Halle am kommenden Samstag, 18 Uhr, und der Traum von der Meisterschaft ist nur noch Schaum.

Die Partie war eine Achterbahn mit zwei Gesichtern. Nach 60 Minuten hatten die Gäste aus Südhessen 34 Gegentreffer auf der Anzeigetafel, doch die Geschichte des Abends ist komplexer als die reine Zahl verrät.

Lassource trifft, bensheim verzweifelt

Deborah Lassource war die Unruhe in Person. Die Rückraumrechte der Borussen jagte mit Tempogegenstößen und Sprungwurfhandwerk die Bensheimer Abwehr in Deckung, erzielte acht Treffer – kein Flammen-Spieler kam auf mehr als fünf. „Wir haben sie zweimal umgestellt, aber sie findet immer die Lücke“, sagte ein sichtlich mitgenommener Trainer Nils Wöhrmann nach dem Schlusspfiff. „Das ist Weltklasse, das müssen wir anerkennen.“

Die Flames stemmten sich mit Biss dagegen. In der 45. Minute lag das Team sogar mit 23:30 zurück, ehe ein 5:0-Lauf Hoffnung keimte. Letztlich blieb die Aufholjagd ein Strohfeuer. Die letzten beiden Angriffe endeten in einem technischen Fehler und einem gehaltenen Wurf – das war’s dann.

Die serie lebt – aber nur mit einem sieg

Die serie lebt – aber nur mit einem sieg

Die „Best-of-three“-Regelung verschärft den Druck. Dortmund braucht nur noch einen Erfolg, Bensheim dagegen zwei. Die Bilanz gegen die Schwarz-Gelben in dieser Saison liest sich ernüchternd: zwei Siege, drei Niederlagen. Doch die Zahlen belegen auch, dass die Duelle knapp sind – durchschnittliches Torverhältnis: 29,2:30,4.

Personell kann Wöhrmann am Samstag wieder auf Linksaußen Mia Zschocke bauen, die wegen einer leichten Muskelblessur in Dortmund nur Kurzeinsätze hatte. Dafür droht Kreisläuferin Lisa Frey eine Sperre: Ihre dritte Zeitstrafe rückt sie auf die Glatteis-Kante.

Die Fans haben bereits die Halle ausverkauft – 3.400 Plätze, kein Ticket mehr frei. „Wir brauchen einen Kessel, der die Wände wackeln lässt“, forderte Kapitänin Alicia Wünsch im Mixed-Zone-Interview. „Wenn wir mit demselben Tempo starten wie in der zweiten Hälfte heute, ist alles drin.“

Die Flames sind gewarnt: Wer gegen Lassource und Co. nur einmal einnickt, fliegt auf die Verliererstraße. Am Samstag entscheidet sich, ob die Reise noch Richtung Finale geht – oder abrupt endet.