Creatin: hype oder hoffnung? neue studie räumt mit entzündungs-mythos auf
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ist voll von Versprechungen und Kontroversen. Kreatin, ein längst etablierter Wirkstoff zur Leistungssteigerung, ist da keine Ausnahme. Seit Jahrzehnten schwören Sportler auf seine Fähigkeit, Muskelkraft zu erhöhen und die Regeneration zu beschleunigen. Doch nun stellt eine aktuelle Studie aus Brasilien die These in Frage, Kreatin habe auch entzündungshemmende Eigenschaften. Die Ergebnisse könnten die etablierten Vorstellungen über den Stoff in Frage stellen.Neueste forschungsergebnisse: weniger entzündungshemmung als gedacht
Die brasilianischen Forscher der Universidade Estadual de São Paulo analysierten acht klinische Studien mit Placebo-Kontrolle und kamen zu dem Schluss, dass die entzündungshemmende Wirkung von Kreatin in der Praxis deutlich geringer ausfällt, als von vielen Anhängern angenommen. Vitor Engrácia Valenti, der die Studie leitete, erklärt: „Während einige Studien an Zellkulturen und Tieren eine gewisse entzündungshemmende Wirkung zeigen, lassen sich diese Ergebnisse bei Menschen oft nicht bestätigen.“
Die Analyse konzentrierte sich auf zwei wichtige Entzündungsmarker: das C-reaktives Protein und Interleukin-6. Bei der Betrachtung des C-reaktiven Proteins konnte lediglich eine durchschnittliche Reduktion von 0,41 mg/dL festgestellt werden – ein Wert, der statistisch und klinisch kaum relevant ist. Noch geringer fiel die Veränderung beim Interleukin-6 aus, was die Ergebnisse weiter relativiert.
Ein entscheidender Punkt: Die beobachteten Verbesserungen waren in einigen Fällen schlichtweg auf die Trainingswirkung selbst zurückzuführen und nicht auf die Einnahme von Kreatin.

Extremer belastung: ein hoffnungsschimmer für ausdauersportler
Es gibt jedoch einen Kontext, in dem Kreatin möglicherweise doch eine positive Wirkung entfaltet. Bei Sportlern, die extremen Belastungen wie Marathonläufen oder Triathlons ausgesetzt sind und täglich rund 20 Gramm Kreatin einnahmen, konnte eine Reduktion bestimmter Entzündungsmarker wie Prostaglandin E2, Tumornekrosefaktor-alpha und Interleukin-1β festgestellt werden. Dies deutet auf einen gewissen Schutz vor akuten Muskelschäden unter diesen spezifischen Bedingungen hin. Allerdings replizierten sich diese Effekte nicht in Studien mit Patienten mit Osteoarthritis, älteren Menschen oder Personen mit normaler körperlicher Aktivität.
Es ist wichtig zu betonen, dass nicht jede Entzündung etwas Schlechtes ist. Der Körper produziert Entzündungsmoleküle als Teil des natürlichen Anpassungsprozesses nach dem Training. „Die akute und transiente Entzündungsreaktion, zusammen mit anderen molekularen Signalen, die durch das Training induziert werden, trägt zu den Reparatur-, Umformungs- und Anpassungsprozessen der Muskeln bei“, so Valenti.
Die Studie unterstreicht zudem die Sicherheit von Kreatin. Auch bei hohen Dosierungen über einen längeren Zeitraum wurden keine relevanten Nebenwirkungen wie Krämpfe, Dehydration oder Magen-Darm-Beschwerden festgestellt.

Fazit: kreatin bleibt ein kraftbooster, aber nicht unbedingt ein entzündungshemmer
Kreatin bleibt ein wirksames Mittel zur Steigerung der Muskelkraft und der sportlichen Leistung. Die neue Studie gibt jedoch Anlass zur Vorsicht, was die Behauptung entzündungshemmender Eigenschaften betrifft. Die Forschungsergebnisse sind kein endgültiger Entschluss, sondern ein Aufruf an die wissenschaftliche Gemeinschaft, das Thema weiter zu untersuchen. Bis dahin bleibt die Frage, ob Kreatin tatsächlich Entzündungen bekämpft, offen – eine Frage, die die Sportwelt weiterhin beschäftigen wird. Die Faszination für den Stoff bleibt, doch die Erwartungen sollten realistisch sein. Kreatin ist ein Kraftbooster, aber kein Allheilmittel.
