Fis-kontrollen eskalieren: kot nennt skispring-weltcup „farce für athleten“
Rafal Kot schlägt mit der Faust aufs Podium. „Farce!“ Der Vizepräsident des Polnischen Skiverbands (PZN) spart nicht mit scharfen Worten, nachdem Domen Prevc in Lahti wegen 100 g zu viel Ski-Länge disqualifiziert wurde – und das, obwohl der Slowene die Vierschanzentournee 2026 geradezu dominiert hat.
Prevc-disqualifikation zündet pulverfass
Seit dem Band-Skandal der Norweger bei der Heim-WM 2025 in Trondheim patrouillieren FIS-Kontrolleure wie Mathias Hafele mit Mikrometer und Waage. Resultat: mehr DQ’s als jemals zuvor. „Manchmal sind es Millimeter, manchmal Gramm, die Karrieren beeinflussen“, sagt Kot im Gespräch mit WP SportoweFakty. Er nennt das Prozedere eine „Tragikomödie“, weil Athleten heute springen, morgen im selben Anzug aussortiert werden.
Robert Hrgota, Sloweniens Cheftrainer, sieht das ähnlich: „Domen wird so oft kontrolliert wie manche komplette Mannschaft. Irgendwann findet man ja was.“ Die Logik dahinter? „Such und du wirst finden“, spottet er. Dabei sei jedes Material am Limit – bei 250 Metern Flug zählt jeder Gramm Auftrieb.

Regelchaos kostet athleten nerven und geld
Die FIS antwortet mit Verweis auf Fairness. Tatsache: Die Statistik zeigt 38 Disqualifikationen allein in dieser Saison, dreimal so viele wie 2024/25. Dahinter steckt ein System, das laut Kot „die Sportler bestraft, statt sie zu schützen“. Beispiel: Ein Springer darf maximal vier Anzüge einsetzen – doch welcher genommen wird, entscheidet sich oft erst am Morgen des Wettkampfs. Fällt die Ziehung der Lose ungünstig, droht DQ.
Philipp Raimund profitierte indirekt: Nach Precv’s Ausschluss rutschte der Deutsche auf Rang eins und feierte seinen ersten Weltcup-Sieg. Für Kot ist das Pyrrhussieg: „Wenn der beste Athlet aussortiert wird, gewinnt keiner wirklich.“

Vikersund wird nächste feuerprobe
Bereits am 21. März steht die fliegende Matte in Vikersund an. Die Athleten reisen mit Angst im Gepäck: Passt das Körpergewicht zur neuen Ski-Länge? Bringt der zweite Anzug die richtige Spannung? Die Antwort liefert dann wieder Hafele – und vermutlich die nächste Kontrolle, die für Kot nur ein weiteres Kapitel in der „Tragikomödie“ bedeutet.
Die Faszination des Sports lebt von Spannung, nicht von Spannungsmessern. Solange Millimeter mehr Gewicht haben als Leistung, bleibt der Weltcup ein Spiel mit dem Schiebleiter-Regelwerk – und die Athleten zu bloßen Statisten in einem Protokoll, das längst die Piste verloren hat.
