Fis-kongress: meissnitzer wird abserviert – krise im ski-verband?
Schock in der Ski
-Welt: Alexandra Meissnitzer, die österreichische Olympiasiegerin und zuletzt für Spezialprojekte bei der FIS zuständige Expertin, wurde überraschend vom Kongress in Belgrad abgemeldet. Die Gründe liegen offenbar in einem scharfen Interview, das die 52-Jährige kurz zuvor gegeben hat – ein Interview, das die interne Zerrissenheit des Ski-Weltverbandes schonungslos offenlegt.
Die fis im sturm: eliasch unter beschuss
Die Abberufung Meissnitzers ist nur die jüngste Zuspitzung in einer ohnehin turbulenten Zeit für die FIS. Die umstrittene Präsidentschaft Johan Eliaschs, der erneut kandidiert, steht seit Wochen in der Kritik. Zahlreiche Top-Athleten, darunter Mikaela Shiffrin und Marco Odermatt, haben bereits Bedenken hinsichtlich der Transparenz und des Vertrauens in die Organisation geäußert. Der Rücktritt des FIS-Geschäftsführers Urs Lehmann verstärkt den Eindruck einer tiefen Krise.
Kritisches Interview als Auslöser? Die Entscheidung, Meissnitzer vom Kongress auszuschließen, fällt zeitlich unmittelbar nach einem Interview mit den Salzburger Nachrichten zusammen. Dort hatte die ehemalige Rennläuferin deutliche Worte gefunden und die Führungsriege der FIS um Eliasch scharf kritisiert. „Seit geraumer Zeit erleben wir nur Differenzen und öffentliche Auseinandersetzungen, das ist für mich schwer nachvollziehbar“, erklärte sie. „Wenn nur noch Konfrontation herrscht und der Dialog verloren geht, dann schaut es nicht gut aus. Dann droht wirklich die Spaltung.“
Die Worte trafen offensichtlich einen Nerv. Laut den Salzburger Nachrichten soll die FIS-Führung unmittelbar nach Veröffentlichung des Interviews entschieden haben, Meissnitzer nicht am Kongress teilnehmen zu lassen. Eine offizielle Begründung blieb bislang aus.
Die Situation wirft ein düsteres Licht auf die Zukunft des Ski-Weltverbandes. Meissnitzer selbst äußerte sich besorgt über den Zustand der Organisation: „Die Glaubwürdigkeit der gesamten Organisation hat durch die Ereignisse der letzten Wochen gelitten und so wie es derzeit läuft, scheinen die großen Verbände kein Vertrauen mehr zu haben.“ Ihre Worte sind ein deutliches Signal, dass die interne Spaltung weitreichende Folgen haben könnte.
Wie sich die FIS aus dieser Krise befreien wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass der vorzeitige Abschied von einer so prominenten Persönlichkeit wie Alexandra Meissnitzer ein weiteres Symptom der tiefgreifenden Probleme innerhalb des Verbandes ist. Die FIS steht vor einer gewaltigen Herausforderung, das Vertrauen ihrer Mitglieder zurückzugewinnen – und das in einer Zeit, in der der Druck von Athleten und Verbänden größer denn je ist. Ein Vertrauensbruch, der die gesamte Sportwelt beschäftigt.
