Fiorentina patzt in lecce – gosens-aus kurz nach anpfiff kostet punkte

Ein Schritt Richtung Klassenerhalt, aber kein Freifahrtschein: AC Florenz remisiert beim Abstiegsrivalen US Lecce mit 1:1 und verschenkt die Chance, den Gegner fast endgültig abzuschütteln. Robin Gosens muss nach elf Minuten verletzt raus – ein Schock für Italiens heißeste Woche.

Jack harrison trifft, doch tiago gabriel schlägt zurück

Die Gäste begannen druckvoll. Jack Harrison nutzte eine lasche Lecce-Abwehr, schob zur 1:0-Führung ein (30.). Die Fiorentina wirkte in Kontrolle, hatte das Spiel in der Hand – bis zur 71. Minute. Dann schlug Tiago Gabriel aus zwölf Metern zu, sein Flachschuss streifte noch einen Verteidiger und senkte sich unhaltbar ins lange Eck. Der Ausgleich war mehr als verdient, Lecce hatte in der zweiten Hälfte das Tempo angezogen und die Räume eng gemacht.

Die Punkteteilung lässt die Toskaner auf Platz 13, nun acht Zähler vor dem ersten Abstiegsrang. Klingt beruhigend, ist es aber nicht. Fünf Spiele sind noch zu gehen, und die Serie bleibt dünn: Sechs Partien ohne Niederlage, doch drei Remis in Folge. Wer so punktet, rutscht nicht ab – steigt aber auch nicht durch.

Gosens

Gosens' adduktorenproblem wirft schatten auf europa-league-viertelfinale

Robin Gosens fasste sich nach einem Sprint an die Oberschenkel-Innenseite und signalisierte sofort: Aus. Adduktorenprobleme, Verdacht auf Zerrung. Für den deutschen Nationalspieler kommt die Verletzung zur Unzeit – er hatte sich in Florenz gerade wieder zu alter Stärlke gearbeitet. Trainer Raffaele Palladino muss nun binnen 72 Stunden eine Lösung für das Rückspiel gegen Crystal Palace finden, das am Donnerstag in der Europa-League-Viertelfinal-Rückrunde ansteht. Das 0:0 aus dem Hinspiel lässt alle Optionen offen, ohne Gosens links wird es enger.

Lecce dagegen atmet auf. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt vier Punkte, die Moral stieg mit dem späten Tor messbar. Coach Luca Gotti sprach von „einem Schritt, nicht mehr – aber auch nicht weniger“. Die nächsten Gegner: Udinese, Empoli, Frosinone. Alles Direktduelle. Für Florenz geht es gegen Verona, Monza und zum Schluss gegen Inter. Die Rechnung ist einfach: Ein Sieg plus eine Niederlage Lecces reicht, um den Drops endgültig zu lutschen. Doch bis dahin zittern nicht nur die Fans, sondern auch die Adduktoren von Robin Gosens.