Riera entlässt eintracht frankfurt mit bomben-kritik!
Frankfurt – Der Ex-Trainer von Eintracht Frankfurt, Albert Riera, hat nach seiner Entlassung im Mai einen wahren Sturm der Entrüstung losgetreten. In einem Interview mit Sportklub übte er harsche Kritik an der Vereinsführung und stellte fest, dass nicht ein einziger Spieler seines Vertrauens genieße. Ein überraschendes Statement, das die Frankfurter Fußballwelt in Aufruhr versetzt.
Die scouting-politik als hauptproblem
Riera, der nur knapp vier Monate bei der Eintracht wirkte, sieht die Ursache für das Scheitern ausschließlich im Umfeld des Vereins. „Ich weiß nicht, ob jemand anders es besser gemacht hätte, wir werden es nie erfahren“, erklärte er. Der Spanier bemängelte vor allem, dass der Trainer keinen Einfluss auf die Zusammenstellung der Mannschaft habe. „Die Vereinspolitik sieht vor, dass der Trainer keinen Einfluss auf Scouting und die Mannschaftszusammensetzung hat. Das ist nicht das richtige Umfeld für mich.“
Er schilderte seine Zeit in Frankfurt mit einer ungewöhnlichen Metapher: „Es war wie zwischen Angelina Jolie und Brad Pitt. Beide sind wunderbar, aber sie passen einfach nicht zusammen. Warum? Weil es nicht nur auf Äußerlichkeiten ankommt, sondern auf die kleinen Details, die darüber entscheiden, ob etwas funktioniert oder nicht.“

Kein spieler für die zukunft
Der ehemalige Liverpool-Profi ließ auch seine Spieler nicht ungeschoren. Zwar lobte er die Qualität der einzelnen Spieler, betonte aber, dass er keinen einzigen für sein nächstes Projekt mitnehmen würde. „Es liegt nicht daran, dass Frankfurt schlechte Spieler hat, ganz im Gegenteil. Aber es gibt keinen einzigen Spieler in dieser Mannschaft, den ich für mein nächstes Projekt mitnehmen würde. In Celje gibt es mehr Spieler, die ich für meinen nächsten Verein wählen würde als bei Eintracht Frankfurt.“ Ein derartiger Riegel vor dem Tor ist in der Fußballwelt selten und zeugt von einer tiefen Enttäuschung über das Frankfurter Team.
Die Leistungsmessung zeigt ein düsteres Bild: Riera übernahm die Eintracht als Tabellenachten und verließ den Verein am selben Platz. „Natürlich sind das keine herausragenden Ergebnisse, sondern durchschnittliche“, räumte er ein, erinnerte aber daran, dass die Mannschaft vor seinem Antritt in 13 Spielen nur einmal gewonnen hatte.

Harmonie mit krösche
Trotz der harten Kritik an der Eintracht-Führung schilderte Riera sein Verhältnis zum Sportdirektor Markus Krösche als einwandfrei. „Ich kann nur Gutes über den Sportdirektor sagen, der mich geholt hat. Wir haben gut zusammengearbeitet, selbst unser letztes Gespräch vor der Trennung verlief positiv.“ Krösche soll ihm versichert haben, dass er in Zukunft große Vereine trainieren werde.
Die Äußerungen Rieras werfen ein Schlaglicht auf die komplizierten Machtverhältnisse im Frankfurter Fußballgeschäft und lassen die Frage aufkommen, ob die Eintracht ihren sportlichen Kurs wirklich gefunden hat.
