Odermatt triumphiert in garmisch: die olympia-enttäuschung adé?
Marco Odermatt hat mit einem überzeugenden Sieg in der Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen eindrucksvoll bewiesen, dass die enttäuschenden Ergebnisse bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina der Vergangenheit angehören. Der Schweizer Ski-Star ließ die Konkurrenz deutlich hinter sich und schien die Frühlings-Atmosphäre auf der „Kandahar“ regelrecht zu genießen.

Was wirklich hinter den olympischen silbermedaillen steckte
Während Favoriten wie Giovanni Franzoni und Franjo von Allmen mit den weichen Pistenbedingungen kämpften, zeigte Odermatt eine beeindruckende Fahrt. Nur Alexis Monney kam ihm mit einem Rückstand von vier Hundertstelsekunden nahe. Stefan Rogentin, der Dritte, hatte bereits fast eine Sekunde Rückstand. „Das ist eine andere Zeitrechnung“, schwärmte ARD-Experte Felix Neureuther. „Das Imperium schlägt zurück.“
Die Silbermedaillen und die Bronzemedaille in Mailand und Cortina hatten Fragen aufgeworfen. Nach Jahren der Dominanz schien Odermatt sein ganzes Potenzial nicht auszuschöpfen. Doch bereits eine Woche nach den Spielen scheint der Knoten geplatzt zu sein. „Ich habe mich wirklich wieder aufs Skifahren gefreut“, gestand Odermatt. „Was in den letzten Wochen etwas schwieriger war.“
Der Tiefpunkt kam Ende Januar in Kitzbühel. Der ersehnte Sieg auf der Streif verpasste Odermatt um lediglich sieben Hundertstelsekunden. Die Tränen des sonst so gefassten Schweizers unterstrichen die Tragweite der Niederlage, die ihn bis nach Bormio zu verfolgen schien. Auch in Schladming und Crans Montana konnte er sich nicht mehr behaupten. Nach dem Kitzbühel-Schock waren die Energiereserven offenbar erschöpft. „Irgendwo waren einfach die Batterien ein bisschen leer nach dem anstrengenden Januar. Da ist mir einfach ein bisschen die Freude am Skifahren weggegangen“, erklärte Odermatt.
Nun blickt Odermatt optimistisch auf die kommenden Rennen in Kranjska Gora, Courchevel und Lillehammer. „Ich mag diese Frühlings-Aprés-Ski-Stimmung irgendwie auch. So macht das Spaß“, sagte er mit einem breiten Lächeln. Die Leistung in Garmisch zeigt: Wenn Odermatt Freude am Skifahren hat, ist er kaum zu schlagen. Und das ist eine Warnung an die Konkurrenz – denn der Schweizer ist zurück, und er will mehr als nur Silber.
