Monica bellucci erobert cannes mit zwei filmen und einem hauch ewigkeit

Sie war fort, aber nie vergessen. Jetzt schlug Monica Bellucci auf der Croisette zurück – mit zwei Premieren, einem schwarzen Gothic-Gewand und einem Applaus, der die Palmen wedeln ließ.

Der 79. Festivalauftakt gehörte der 59-jährigen Italienerin. Erst „Histoires de la Nuit“, dann ein zweites Projekt, dessen Titel die Veranstalter noch geheim halten. Zwischen den Screenings drehte sie sich langsam, fast träge, vor der Fotowand. Die Blitzlichter fühlten sich an wie 1996, nur dass diesmal keine Rolle mehr bewiesen werden musste.

Ein kleid, ein blick, ein statement

Ein kleid, ein blick, ein statement

Schwarze Spitze bis zum Boden, Cape statt Schleppe, die Lippen so dunkel, dass sie fast blau wirkten. Dazu minimaler Schmuck, maximaler Halt. „Ich trage mein Alter wie eine Rüstung“, sagte sie einem französischen Radioreporter, ohne das Mikrofon anzusehen. Der Kommentar ging in Sekunden durchs Netz.

Hinter den Kulissen wartete ein weiterer Showdown: Tim Burton, mit dem Bellucci seit Monaten in einem „romantischen Projekt“ steckt, vermied jeden gemeinsamen Fototermin. Vincent Cassel, ihr Ex-Mann, tauchte bei derselben After-Show-Party auf. Beide blieben an der Bar, trennten exakt drei Gäste und ein Glas Sekt. Kein Wort, kein Blick – perfektes Kino ohne Kamera.

Die Zahl, die alles sagt: acht Minuten stehender Applaus nach der Nachtvorstellung. In Cannes zählt jede Sekunde über zwei Minuten als Liebesbeweis. Acht Minuten bedeuten Ikone.

Am Ende rauschte sie über den Roten Teppich, das Cape wie ein Schatten hinter ihr. Keine Bodyguards nötig – der Glamour schützt sich selbst. Cannes hat neue Altäre, und einer trägt italisches Lächeln ohne falsche Jugend.