Figaro-etappe: dramatischer tag, führung geht hin und her!
Die Solitaire du Figaro Paprec hat ihre zweite Tagesetappe in ein turbulentes Abenteuer verwandelt. Nach einer langen Nacht voller Wind und Wellen kämpfen die Segler um die Vorherrschaft, während ein Debütant das Rennen verfrüht verlassen musste.

Wolf rock als schlüsselmoment
Bereits nach knapp 18 Stunden und 59 Minuten erreichte Loïs Berrehar im Banque Populaire als Erster den Leuchtturm Wolf Rock vor der Küste Englands. Dieser Triumph brachte ihm nicht nur den Sieg im Zwischensprint, sondern auch die wertvollen fünf Bonusminuten, die er von seiner Gesamtzeit abgezogen bekommt. Alexis Thomas im Wings of the Ocean landete nur drei Minuten hinter Berrehar und konnte sich ebenfalls über eine starke Leistung freuen. Doch die Freude währte nicht lange, denn das Rennen ist alles andere als entschieden.
Mit Vigo, dem Zielort, noch rund 450 Seemeilen entfernt, navigiert die Flotte derzeit mit durchschnittlich neun Knoten. Der irische Segler Tom Dolan im Kingspan hat sich an die Spitze vorgearbeitet, doch die Verhältnisse ändern sich ständig. Die ersten zehn Boote liegen innerhalb von nur zwei Seemeilen beieinander, und alle verfolgen eine ähnliche Strategie, um den Golf von Biskaya zu bezwingen. Die Spannung ist kaum auszuhalten!
Ein jähes Ende für Marin Carnot. Die Nacht brachte eine bittere Überraschung: Marin Carnot, der junge Debütant im Fondation Jérôme Lejeune, musste das Rennen aufgrund eines Mastbruchs aufgeben. Bei Windkräften von 18 Knoten und einer Seeganghöhe von 1,5 Metern gab der Mast nach. Ein Schock für den jungen Franzosen, der nun gezwungen ist, bis zur Edition 2027 zu warten, um die spektakuläre Einfahrt in die Ria de Vigo mit den Cíes-Inseln als Kulisse zu erleben.
Die Wettervorhersagen für den Golf von Biskaya und die Küste Galiciens lassen die Ankunftszeit in Vigo ungewiss erscheinen. Es ist durchaus möglich, dass die Flotte erst am Donnerstagnachmittag, dem 21. Mai, in die Ria einläuft. Die Segler müssen sich auf eine weitere anspruchsvolle Etappe einstellen, in der taktisches Geschick und mentale Stärke gefragt sind. Die Entscheidung, wer am Ende in Vigo jubeln darf, wird erst im letzten Moment fallen.
Die Solitaire du Figaro Paprec beweist einmal mehr, dass sie eine der härtesten und spannendsten Segelregatten der Welt ist. Ein Rennen, das Nerven aus Stahl und unbändigen Willen erfordert. Und die Fans dürfen sich auf weitere dramatische Momente freuen.
