Fifa-skandal in afrika: millionenverschwendung bringt kongos top-funktionäre ins visier
Die FIFA-Ethikkommission hat die Kasse geöffnet – und was sie im kongolesischen Verband fand, reicht für ein historisches Disziplinarverfahren. Präsident Jean-Guy Mayolas, Generalsekretär Wantete Badji und Finanzchef Raoul Kanda müssen sich ab sofort mit schweren Vorwürfen herumschlagen: Unterschlagung, Fälschung, Vorteilsannahme und systematische Veruntreuung von FIFA-Geldern.
So funktioniert die milliardenmaschine fifa – und warum afrika brennt
Die Weltverbands-Gelder fließen normalerweise in Infrastruktur, Jugendprojekte und Coach-Ausbildung. Doch laut Prüfbericht landete ein Teil des Kongo-Budgets in privaten Taschen. Die Kammer beziffert nicht offiziell, doch Insider sprechen von mehreren hunderttausend Euro, die seit 2022 „verdampft“ sind. Die FIFA selbst hatte im vergangenen Jahr eine externe Wirtschaftsprüfungskanzlei beauftragt, nachdem Sponsoren Reklamationen wegen fehlender Nachweise einreichten.
Was die Untersucher fanden, liest sich wie ein Lehrbuch korrupter Machenschaften: Rechnungen ohne Leistungsnachweise, Budgets mit aufgeblähten Reisekosten, Kontoauszüge mit auffällig vielen Barauszahlungen. Besonders pikant: Ein beträchtlicher Betrag soll für „digitale Bildungsmaßnahmen“ abgerechnet worden sein, obwohl die kongolesischen Provinzligen noch mit Zettel und Stift arbeiten.

Die fifa zieht durch – sanktionen bis zu lebenslangen banns möglich
Kann Mayolas, Badji und Kanda drohen? Die Rechtslage ist klar: Wer Gelder veruntreut, die für Entwicklung gedacht sind, riskiert nach Artikel 28 der FIFA-Ethikcharta nicht nur Geldstrafen, sondern auch lebenslange Sperren. Die letzte große Entscheidung gegen afrikanische Funktionäre datiert aus dem Jahr 2021, als der Verband von Guam ähnliche Vergehen ahndete – mit 15 Jahren Sperre für den damaligen Präsidenten.
Für den kongolesischen Verband FECOFOOT bedeutet das Verfahren einen weiteren Tiefschlag. Nach der Suspendierung durch die FIFA im Jahr 2019 wegen Regierungsintervention haben sich die Verantwortlichen gerade wieder in die globalen Gremien zurückgekämpft. Nun droht der nächste Imageschaden – und mit ihm der Verlust weiterer Fördergelder. Die nationale Liga wurde zuletzt von der Corona-Pause und Gebietskriegen ohnehin gebeutelt; Sponsoren signalisieren bereits, dass sie bei einem Schuldspruch aussteigen würden.
Die FIFA will den Fall „zügig“ abarbeiten, wie es in der Mitteilung heißt. Die Angeklagten haben 20 Tage Zeit, sich zu äußern. Danach entscheidet die Kammer über mögliche vorläufige Suspendierungen. Sollte sich der Verdacht erhärten, dürfte das Urteil weit über den Kongo hinauswellen – denn es wäre ein Signal, dass der Weltverband seine Milliarden-Entwicklungshilfe künftig härter durchkontrolliert.
Die nächsten Wochen zeigen, ob afrikanischer Verbandspolitik endlich die Rechnung präsentiert wird – und ob die FIFA ihre eigenen Anti-Korruptions-Standards diesmal konsequent umsetzt.
