Fifa verramscht die wm: youtube darf spiele live zeigen – ard und zdf kriegen das nachspiel

Die FIFA hat sich für die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada einen neuen Medienpartner gegriffen – und der ist nicht ARD, ZDF oder MagentaTV. YouTube wird zur „bevorzugten Plattform“ des Weltverbandes. Was das bedeutet? Medien dürfen künftig die ersten zehn Minuten jedes Spiels unzensiert ins Netz streamen – und damit die klassische Fernsehlogik sprengen.

Ard und zdf behalten nur das große finale

Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF dürfen nach wie vor 60 Partien im Free-TV zeigen – darunter die Spiele der deutschen Nationalmannschaft, das Eröffnungsspiel, die Halbfinals und das Finale. Doch die 44 restlichen Spiele? Die verschwinden hinter der MagentaTV-Paywall der Telekom. Und jetzt kommt der Haken: Wer die ersten zehn Minuten eines Spiels auf YouTube sieht, bekommt ein kostenloses Probemenü serviert – mit der klaren Absicht, die Nutzer anschließend hinter die Bezahlschranke zu lotsen.

Die FIFA verspricht sich davon eine „Reichweitenexplosion“. Mattias Grafström, Generalsekretär des Verbandes, spricht von „Premium-Inhalten“ und „neuen Möglichkeiten für Medienpartner“. Doch was er nicht sagt: Der Verband verramscht damit seine eigenen Lizenzrechte. Denn wer Spiele kostenlos anbietet, untergräbt die Exklusivität der bezahlten Partner.

Deutsche fans bekommen das nachspiel

Deutsche fans bekommen das nachspiel

Für deutsche Zuschauer bedeutet das: Wer nicht zahlt, bekommt nur Bruchstücke. Die 60 Free-TV-Spiele bleiben zwar erhalten, doch die 44 restlichen Partien sind nur noch über MagentaTV zu sehen – oder eben in zehn Minuten-Schnipseln auf YouTube. Ein Trostpflaster? Die FIFA wird im Vorfeld der WM historische Spiele aus ihrem Archiv auf YouTube hochladen. Maradonas Hand Gottes, Zidanes Kopfnuss, das Wunder von Bern – alles digital aufbereitet. Doch das ist kalter Kaffee für Fans, die live dabei sein wollen.

Die Botschaft ist klar: Die FIFA hat die Kontrolle über ihre Inhalte verloren – und die Zuschauer werden zum Zahlmeister. YouTube gewinnt, ARD und ZDF verlieren, und die Fans? Die bekommen ein zerschnittenes Turnier. Wer 2026 dabei sein will, muss entweder zahlen – oder sich mit Highlights begnügen. Die WM wird zur Content-Mühle. Und der Sport? Der rückt ein Stück weiter weg vom Publikum.