Fifa verhängt rekordstrafe gegen israel wegen diskriminierung
Die FIFA schlägt zu – und trifft den israelischen Verband mitten in die Kasse. 150 000 Schweizer Franken plus öffentliche Demütigung: Der IFA muss fortan jedes Heimspiel mit einem Riesenbanner bestreiten, das gegen Diskriminierung protestiert. Der Hintergrund riecht nach Politik, Pulverdampf und einem palästinensischen Antrag, der endlich Gehör fand.

Der knackpunkt: beleidigende gesänge und ein jahrelanger streit
Die FIFA-Disziplinarkommission stellte nach monatelangen Ermittlungen fest: Artikel 13 (Beleidigung, Fairness) und Artikel 15 (rassistische Beschimpfung) wurden in mehreren Länderspielen gebrochen. Konkret ging es um Fangesänge und Banner, die laut PFA „gezielt diskriminierend“ wirkten. Die Beweise: Videoaufnahmen aus der Teddy-Kollek-Stadion und Berichte unabhängiger Beobachter. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig – innerhalb von zehn Tagen kann der IFA vor der FIFA-Berufungskammer Einspruch einlegen. Doch das dürfte schwer werden: Die Beweislast liegt laut Statut beim Beschuldigten.
Der Verband reagierte sofort mit einem Statement, in dem man von „enttäuschender Einseitigkeit“ spricht. Intern kursiert bereits die Idee, künftig Fan-Gruppen verstärkt mit Kameras zu überwachen – ein Schritt, der bei Ultrà-Foren bereits als „Verrat“ gebrandmarkt wird. Die FIFA wiederum macht klar: Wer Diskriminierung duldet, zahlt nicht nur Geld, sondern auch mit Imageschaden.
Für die Nationalmannschaft bedeutet das Urteil einen echten Praxistest: Bereits am 11. Juni steht das nächste Heimspiel in der WM-Qualifikation gegen Weißrussland an. Dann muss das Banner „Fußball vereint die Welt – Nein zu Diskriminierung“ über der Nordtribüne hängen. Die Uefa-Kontrolldelegierten werden das Motiv fotografieren und an den Weltverband melden. Fehlt das Banner, droht ein weiteres Strafgeld plus Punktabzug.
Die Summe von 164 300 Euro mag für einen Verband mit Jahresetat jenseits der 50-Millionen-Marke verschmerzbar erscheinen. Doch symbolisch trifft sie mitten ins Herz. Israel bemüht sich seit Jahren, sich als aufgeschlossener Gastgeber zu präsentieren – 2021 fand hier bereits ein Turnier der U21-Europameisterschaft statt. Mit diesem Ruf ist es nun vorbei, solange sich Fan-Kulturen nicht ändern.
Der PFA zeigte sich „zufrieden, dass endlich Taten folgen“. Man erwarte nun, dass sich die FIFA auch anderen Fällen im MENA-Raum annehme. Klar ist: Der Konflikt auf den Rängen spiegelt den geopolitischen Streit wider – und die FIFA gerät immer tiefer hinein. Die nächsten Wochen entscheiden, ob der IFA den Schaden begrenzt oder ob weitere Sanktionen folgen. Die Uhr tickt, und die Welt schaut auf Jerusalem.
