Fifa schlägt beitar-jerusalem-sumpf mit rekordstrafe – ifa zahlt 165.000 euro

Die FIFA hat genug gesehen. 150.000 Schweizer Franken, drei Spiele mit Schand-Banner, einmal „Fußball vereint die Welt“ in Riesenlettern – das ist der Preis, den der israelische Verband (IFA) jetzt für jahrelanges Wegsehen bei Beitar Jerusalem zahlt.

Der disziplinarbericht liest sich wie ein anklageakt

Der disziplinarbericht liest sich wie ein anklageakt

54 Seiten, 13 dokumentierte rassistische Vorfälle, ein Dutzend halbherzige Verwarnungen – mehr hatte die FIFA-Kommission nicht auf dem Tisch. Das Fazit: „Der Verband hat es versäumt, wirksame Maßnahmen gegen Beitar Jerusalem zu ergreifen.“ Die Fans des Klubs haben sich „an anhaltendem und gut dokumentiertem rassistischem Verhalten beteiligt“, heißt es wörtlich. Und die IFA? Schaute weg, stellte Prüfberichte in die Schublade, verhängte symbolische Geldstrafen im unteren vierstelligen Bereich. Jetzt schlägt der Weltverband zurück.

Die Palästinenser hatten im Oktober 2024 den Stein ins Rollen gebracht. Ihre Beschwerde: systematische Diskriminierung durch israelische Klubs und den Verband selbst. Die FIFA-Untersuchung bestätigt das Teufelszeug – stoppt aber die geforderte Suspendierung der IFA. Stattdessen wird der Schwerpunkt auf Beitar gelegt. Der Verein aus der Hauptstadt gilt seit Jahren als Sammelbecken für rechte Hardcore-Fans, die berüchtigte „La Familia“-Gruppierung rief schon „Tod den Arabern“-Chöre, verbrannte Korane, attackierte Spieler muslimischen Glaubens. Die IFA reagierte mit Alibisanktionen, das war zu wenig.

Die 165.000 Euro sind für den Verband ein Rückschlag, aber kein Knock-out. Die Summe entspricht in etwa einem Viertel des Jahresetats für Nachwuchsprojekte. Symbolisch viel wichtiger: das Transparent-Zwangspensum. Beim nächsten Länderspiel, beim nächsten WM-Qualifikationsspiel, muss die Botschaft „Nein zu Diskriminierung“ hinter dem Tor flattern – sichtbar für jeden TV-Bildschirm, sichtbar für die eigenen Fans. Ein PR-Desaster, das sich über drei Partien zieht.

Parallel untersuchte die FIFA auch den Vorwurf, israelische Teams aus dem besetzten Westjordanland würden in nationalen Ligen spielen. Das Verfahren wurde eingestellt – kein Beweis für Regelbruch. Den IFA trifft also nur der Schlag wegen Beitar. Die FIFA zeigt mit diesem Doppelbeschluss ihre neue Taktik: harte Einzelfallstrafen statt Landes-Verbände komplett zu isolieren. Die Botschaft: Wir säubern das Haus, Zimmer für Zimmer.

Beitar Jerusalem selbst schweigt bislang offiziell. Auf den Tribünen kursieren schon Fotos von Plakaten mit der Aufschrift „FIFA = Faschisten“. Der Klub wurde nicht direkt bestraft, spürt aber den Druck. Die IFA kündigte an, das Urteil zu prüfen und „interne Konsequenzen“ zu ziehen. Was heißt das konkret? Mehr Sicherheitskräfte, mehr Kameras, strengere Ausweiskontrollen. Alles Dinge, die schon vor zehn Jahren hatten kommen können.

Die Summe von 165.000 Euro mag im Profifußball ein Taschengeld sein. Aber die Schande, drei Länderspiele lang ein Erziehungsbanner schwenken zu müssen, nagelt den Verband ans Prangerbrett der globalen Öffentlichkeit. Und sie nagelt vor allem Beitar Jerusalem an die Wand – endlich. Die FIFA liefert das Urteil, die Fans liefern das Echo. Wer jetzt noch „Tod den Arabern“ brüllt, brüllt gegen die eigene Mannschaft. Das ist der eigentliche Gewinn dieses Verfahrens: Die Schuld wird sichtbar. Und sie bleibt sichtbar, bis der letzte Fan das Banner verstanden hat.