Fifa erzwingt frauen-pflicht: künftig muss eine trainerin auf der bank sitzen
Die FIFA zieht die Reißleine. Wer bei der Frauen-WM 2027 in Brasilien als Chefcoach oder Co-Trainer auf der Bank sitzt, muss künftig weiblich sein. Der Weltverband beschloss am Freitag eine harte Quote – und schickt damit eine ganze Branche in die Umbaupause.
Die Regel gilt bereits für die U-20-Weltmeisterschaft im September in Polen. Dann müssen alle 24 Teams mindestens eine Trainerin im offiziellen Staff melden. Die Medizin-Abteilung ebenfalls. Und auf der Reservebank sind sogar zwei Frauen Pflicht. Die Zahl, die die FIFA nennt, ist ein Schlag ins Kontor: Bei der WM 2023 in Australien und Neuseeland waren nur zwölf der 32 Cheftrainerinnen – 37,5 Prozent.

Infantino nennt die quote „das absolute minimum“
Gianni Infantino wollte noch weiter gehen. Der FIFA-Präsident hätte am liebsten direkt eine Doppel-Quote verordnet: Chefcoach plus Assistenz. Doch die Föderationen sträubten sich. Nun ist der Kompromiss da – und Infantino redet trotzdem wie ein Revierchef: „Wenn es nach mir ginge, wäre ich noch härter.“ So wirkt die Maßnahme wie ein Drohgebärde: Wer nicht mitmacht, fliegt raus.
Der DFB kann lächeln. Bundestrainer Christian Wück hat mit Maren Meinert und Saskia Bartusiak bereits zwei Weltmeisterinnen an seiner Seite. Die medizinische Leitung ist ebenfalls besetzt. Für den Verband ist die neue Vorschrift ein Etikettenschwindel – er erfüllt sie schon jetzt. Andere Nationen müssen dagegen umplanen. Einige Associations müssen innerhalb von 18 Monaten komplette Trainerstabe umbauen oder auf Altstars zurückgreifen, die eigentlich schon längst im TV-Studio sitzen.
Die FIFA schickt mit der Quote einen zweiten Ball ins Rollen: Die Klub-Strukturen sollen folgen. Wer künftig eine Frauen-Trainerin ausbilden will, kann auf Fördergelder zurückgreifen – aber nur, wenn er auch eine Frau auf dem Platz stehen hat. Ein Teufelskreis für kleine Verbände. Ein Segen für Berater, die jetzt Scoutings in zweiten Ligen starten.
Die Entscheidung ist kein moralischer Appell mehr, sondern ein Faktum mit Stichtag. Wer 2027 ohne Trainerin antritt, darf nicht einmal die Kabine betreten. Die Deadline tickt. Und die Trainerstühle werden heiß.
