Fia zieht notbremse: qualifying-regel nach piloten-revolution geändert

Die Piloten haben sich beschwert, die FIA hat reagiert: Vor dem Grand Prix von Japan wird die Energie-Rückgewinnung im Qualifying von neun auf acht Megajoule gekürzt – ein minimaler, aber symbolisch starker Schritt.

Verstappen bleibt hart: „das ist ein pflaster, kein kurswechsel“

Max Verstappen spuckte die Wahrheit aus, nachdem er die neue Regel studiert hatte: „Acht statt neun Megajoule? Das ist ein Pflaster auf einem offenen Bruch.“ Der Red-Bull-Protagonist hatte nach dem katastrophalen Saisonauftakt in Bahrain das Qualifying als „Öko-Slalom“ verspottet, weil die Fahrer statt Vollgas plötzlich Batterie-Lade-Puzzle lösen mussten. Nun dürfen sie theoretisch länger durchdrehen, doch Verstappen winkt ab: „Die Grundmechanik bleibt dieselbe – wir fahren weiterhin mit der Handbremse aus Leerlauf.

Die FIA sieht das anders. In ihrer Mitteilung heißt es wortkarg, man wolle „dem Feedback der Fahrer und Teams Rechnung tragen“. Gemeint ist: Die Show darf nicht leiden, nur weil Hybrid-Technik im Mittelpunkt steht. Tatsächlich steigt durch die Reduzierung der Rekuperationsmenge der Anteil des Verbrennungsmotors – und damit die Chance auf spektakuläre Querbremsmanöver in 130-R und Suzuka-S-Kurven.

Was sich für fans live ändert

Was sich für fans live ändert

Wer am Sonntag früh vor dem Bildschirm sitzt, wird den Unterschied mit bloßem Auge kaum erfassen. Doch im Daten-Fenster ticken andere Werte: Die Ladekurve der Batterie fällt flacher, der Turbo bleibt länger am Anschlag, die Rundenzeit soll theoretisch um zwei Zehntel sinken. Ein Ingenieur von Mercedes-AMG rechnete intern vor: „Bei acht statt neun MJ sparen wir rund 0,7 kg Kraftstoff pro fliegende Runde – Gewicht, das wir in elektrischen Schub umwandeln können.“

Die Teams haben die Änderung einstimmig abgenickt, weil sie müssen. Der Druck aus der Fahrerkabine war immens, nachdem sich in Melbourne mehrere Piloten öffentlich über „qualmende Generatoren“ beschwerten. Die FIA wollte verhindern, dass schon im dritten Rennen der Saison die nächste Revolte anrollt. Also der klassische Kleinkrieg der Formel 1: Ein Joule hier, ein Soundbite dort – und alle tun so, als hätten sie die Lösung parat.

Verstappen kratzt sich nachdenklich am Kinn, als man ihn fragt, ob er mit der Maßnahme zufrieden sei. „Zufrieden ist das falsche Wort“, sagt er. „Ich will zurück zu neun Megajoule Leistung, nicht zu neun Megajoule Bürokratie.“ Dann dreht er sich um und stapft Richtung Garage. Suzuma wartet, und die Uhr tickt – unabhängig davon, wie viel Energie man erlaubt.