Fia greift ein: neustart nach kritik-pegel aus melbourne
Die FIA zieht die Bremse. Nach dem Turbostart in Melbourne mit 120 künstlichen Überholmanövern und Piloten, die sich wie Programmierer statt wie Rennfahrer fühlten, kündigt Technikdirektor Nikolas Tombazis harte Eingriffe an. Erste Maßnahmen fallen bereits vor dem Grand Prix von China.
„Wir haben Assen im Ärmel, aber keine Scheuklappen“, sagt Tombazis dem TSV Pelkum Sportwelt-Korrespondenten. Gemeint ist ein Regel-Schnellschuss gegen die Energie-Orgien der neuen Hybrid-Ära. Statt Vollgas-Show wurde in Albert Park ein Öko-Slotcar-Rennen geliefert: Batterie hoch, Batterie runter, zwischendurch ein kurzer Sprint, damit die LED-Anzeige nicht rot blinkt.
Warum die piloten klagten
Die Fahrer kommen aus der Box und klingen wie enttäuschte Gamer. „Ich habe 50 Displays im Blick, aber keine Kurve“, sagt ein Top-Fahrer, der lieber anonym bleibt. Die Zahlen sprechen für sich: 2025 gab es 45 Überholmanöver, 2026 schon 120 – aber nur, weil der Boost-Button künstlich Nachschub liefert. Wer den Zündknopf zu spät drückt, fällt zurück wie ein Handystandby-Modus.
Die Teams wollten zunächst Daten sammeln, bevor sie die Schere ansetzen. Jetzt liegt ein Dossier mit 47 Seiten auf Tombazis‘ Schreibtisch. Darin: Thermo-Bilder von überhitzten Akkus, GPS-Ausdrucke mit Geschwindigkeitstälern von 30 km/h und Funkprotokolle, in denen Ingenieue Piloten zur „Lift-and-Coast-Pflicht“ zwingen.
Die geplanten einschnitte
Quelle: FIA-Technikkommission. Erster Hebel: Sperrzeit für Batterie-Entladung in Runde zwei und drei, damit nicht schon nach dem Start gezockt wird. Zweiter Hebel: Startprozedur ohne elektronische Assistenz, Kupplung und Gas wieder in die rechte Hand des Piloten. Dritter Hebel: Druckbegrenzung für ERS-Überholhilfen, damit der Boost nicht länger die Rolle eines zweiten DRS spielt.
Die Streckenposten arbeiten bereits an neuen Software-Patches. Wer denkt, dass nur die Motoren betroffen sind, irrt: Auch die Streckenlayout-Variablen sollen angepasst werden. Kürzere DRS-Zonen, dafür längere Vollgas-Passagen – das ist der Plan, der in Shanghai getestet wird.
Die Chronologie ist knallhart: Nach dem Rennen in Melbourne am 9. März, nach China am 23. März folgt die Entscheidung. Kein Team kann sich herausreden, denn die FIA hat sich die Mehrheit für Notstandsregeln gesichert. Kosten? Verpflichtend. Protest? Zeitverschwendung.

Was das für die fans bedeutet
Weniger Videospiel, mehr Vollgas. Die Tribünen in Shanghai sollen wieder brummen statt summen. Die Fernsehzuschauer bekommen das alte Bild zurück: Piloten, die mit geschlossenem Visier kämpfen, nicht mit geöffnetem Laptop. Die Logik ist simpel: Wer den Fuß auf dem Gaspedal behält, braucht keinen Knopf für künstlichen Nervenkitzel.
Die Teams rechnen intern mit einem Leistungsverlust von 15 kW, also rund 20 PS. Für die Konkurrenz heißt das: Motoren, die bisher 1.000 PS plus Boost lieferten, rutschen auf 980 PS zurück. Die Aerodynamik gewinnt an Bedeutung, der Fahrer an Einfluss. Eine kleine Revolution, ganz ohne neue Autos, nur mit neuen Bits im Regelwerk.
Christian Schneider, TSV Pelkum Sportwelt: „Wir bekommen endlich wieder Rennen, bei denen der Mensch zählt, nicht der Algorithmus.“ Die Ampel steht auf Gelb, aber die Boxencrews haben schon die Reifen gewechselt – auf Slicks für echte Rennaction.
