Fertitta schlägt zu: connecticut sun wandert 2027 nach houston aus

300 Millionen Dollar – nie zuvor hat jemand mehr für eine WNBA-Franchise gezahlt. Tilman Fertitta packt das Team an der Long Island Sound ein und kippt es direkt in den texanischen Golf. 2027 fliegt die Sonne nicht mehr in Uncasville, sondern landet in Houston – und kehrt damit zur Geburtsstätte der Comets-Ära zurück.

Der deal, der alles übertrifft

Die Liga bestätigte den Transfer am späten Montagabend. Die Summe pulverisiert den bisherigen Rekord: 55 Millionen mehr, als Steve Pagliuca im Sommer für einen Umzug nach Boston bieten wollte. Der Mohegan-Stamm, seit 2003 Besitzer der Sun, sagt Ja – und tritt damit das letzte indigene Stammsportimperium der WNBA ab. Die Sun bleiben zwar noch eine Saison in Connecticut, doch schon jetzt schickt die Front Office-Crew Lebensläufe nach Texas.

Fertitta kennt das Spiel. Mit den Houston Rockets sitzt er seit 2017 auf der NBA-Thronbank, das Casino-Imperium lässt ihn locker über die 300-Millionen-Marke blicken. Für die WNBA ist das ein Doppelcoup: Sie holt nicht nur Geld, sondern auch eine Stadt zurück, die vier der ersten fünf Meisterschaften prägte. Die Comets-Trikots mit dem Kometen über der H sind längst Kult – und jetzt wieder käuflich.

Connecticut verliert, houston gewinnt – und die spieler?

Connecticut verliert, houston gewinnt – und die spieler?

Trainer Stephanie White steht vor einem Umzugschaos. Ihr Kader, in den vergangenen fünf Jahren zweimal Finalist, plante 2025 um den neuen Practice Court in Uncasville. Jetzt heißt es: Kartons statt Karrieren. Alyssa Thomas quittierte die Nachricht mit einem knappen „Wow“ auf Instagram, DeWanna Bonner postete ein Sonnen-Emoji – und löschte es kurz darauf.

Die Fans sind wütend. Season-Ticket-Inhaber drohen mit Sammelklagen, die Tribal Gaming Commission reibt sich die Augen: Der Verlust der Sun kostet dem Reservat nicht nur Prestige, sondern auch rund 15 Millionen Dollar jährlichen Touristenumsatz. Die Arena in Uncasville wird zur weißen Elefanten-Hülle – ein Monument für eine Entscheidung, die ein Milliardär in 48 Stunden durchboxte.

Comets 2.0 – mit altem namen und neuem anspruch

Comets 2.0 – mit altem namen und neuem anspruch

WNBA-Commissioner Cathy Engelbert jubelt. „Houston ist ein wichtiger Teil unserer DNA“, sagt sie – und meint die 1997 bis 2000 dominierenden Comets um Cynthia Cooper und Sheryl Swoopes. Die Farben sind reserviert, die Domain houstoncomets.com bereits geparkt. Ein Insider verrät: Die ersten Merchandising-Lieferungen sind schon unterwegs, nur die Logo-Finalisierung steht noch aus.

Doch der Sieg hat einen Beigeschmack. Connecticut war das Paradebeispel dafür, wie Frauenprofisport in ländliche Regionen funktioniert. 8.300 Zuschauer Schnitt, ein Campus, der Spieler und Zocker gleichermaßen bedient. Houston bietet mehr TV-Märkte, aber auch mehr Konkurrenz – und eine Fanbasis, die seit 2008 keine WNBA-Action mehr gesehen hat.

Die Sonne sinkt im Osten, ein Komet zieht im Süden auf. Für 300 Millionen Dollar kauft sich Fertitta in die Geschichte ein – und schreibt sie gleichzeitig um. 2027 wird nicht nur ein Team umziehen, sondern eine ganze Liga neu vermessen. Die Comets sind zurück – und Connecticut trägt fortan die Leere eines verlorenen Finals.