Ferrari: simulations irren – smedley kritisiert entwicklungsschritt
Ein Schock für die Scuderia: Die neuesten technischen Neuerungen von Ferrari in Miami scheinen nicht die erhofften Resultate zu bringen. Lewis Hamiltons deutliche Kritik am Simulator des Teams – „Der Simulator von Ferrari ist für nichts gut“ – unterstreicht die wachsende Verzweiflung in Maranello. Doch das eigentliche Problem liegt tiefer, wie Ex-Formel-1-Ingenieur Rob Smedley im Podcast 'High Performance' enthüllte.

Die falle der falschen korrelation
Smedley, der einst Massa und Schumacher betreute, bezeichnete die Verbesserung in Miami als „ein wenig enttäuschend“ und sprach von einem sich anbahnenden Teufelskreis. Das Kernproblem: Es fehlt die Übereinstimmung zwischen den Simulationen, den Windkanaltests und der Realität auf der Strecke. „Wenn es keine Korrelation gibt, dann ist es Glückssache, wenn das Auto schneller ist“, so Szafnauer, der ehemalige Teamchef von Alpine, der ebenfalls am Gespräch teilnahm. Diese Diskrepanz zwingt Ferrari dazu, Ressourcen in die Fehlerbehebung zu investieren, anstatt die Leistung des Autos weiter zu verbessern.
Die Situation ist besonders heikel, da die Ingenieure nun gezwungen sind, sich primär mit der Korrelation auseinanderzusetzen, anstatt sich auf die eigentliche Leistungssteigerung zu konzentrieren. Szafnauer verweist auf seine Erfahrungen bei Aston Martin, Racing Point und Force India, wo ein dediziertes Team für die Korrelation zuständig war. „Wenn die Korrelation perfekt ist, gibt es kein Problem. Aber wenn sie plötzlich nicht stimmt und man nur drei Leute im Aerodynamikteam hat, dann hat man Schwierigkeiten.“
Die fehlende Korrelation führt nicht nur zu Verzögerungen und Unsicherheiten, sondern auch zu einem Vertrauensverlust bei den Fahrern. Ferrari, das traditionell über immense Ressourcen verfügt, muss nun eine schmerzhafte Lektion lernen: Technologie allein garantiert keinen Erfolg. Es bedarf einer präzisen Abstimmung zwischen Simulation, Windkanal und Streckenperformance – und das scheint derzeit in Maranello zu fehlen.
Die Erkenntnis ist bitter: Ferrari verschwendet wertvolle Zeit und Ressourcen, während Red Bull und McLaren davon profitieren. Die Frage ist, ob das Team aus Maranello diesen Fehler schnell genug korrigieren kann, um den Anschluss an die Spitze nicht zu verlieren. Die Saison ist noch lang, aber die Zeichen stehen nicht gut.
