Ferrari luce: elektromobilität polarisiert – börse zeigt erste reaktion

Maranellos mutige Wette auf die Elektromobilität ist angekommen – und spaltet die Gemüter. Die Ferrari Luce, das erste rein elektrische Modell des italienischen Sportwagenbauers, hat seit der Enthüllung am 25. Mai heftige Kritik hervorgerufen, während die Börse eine differenzierte Reaktion zeigt.

Ein design, das polarisiert und die analyse beschäftigt

Ein design, das polarisiert und die analyse beschäftigt

Die sozialen Medien kochten über, als die Luce das Licht der Welt erblickte. Sogar Enzo Montezemolo, eine Legende im Ferrari-Universum, äußerte harsche Kritik und fragte öffentlich, ob der berühmte Cavallino Rampante überhaupt auf einem Elektroauto Platz finde. Das Echo an der Börse war zunächst besorgniserregend: Ein Kursverlust von 8,37 % in Mailand und 4,64 % am Nasdaq am Dienstag ließen Anleger kurzzeitig verstören. Doch das Blatt wendete sich schnell.

Am Mittwoch, dem 27. Mai, erholte sich der Aktienkurs um 2,36 % und erreichte 290,75 Euro. Analysten von Intermonte sehen in dem Design, obwohl kritisiert, eine bewusste Entscheidung, das Modell als Ergänzung zur bestehenden Modellpalette zu positionieren. „Die weniger aggressiven Linien sprechen eine breitere Zielgruppe an und eröffnen das Potenzial für neue Kunden“, so die Experten. Der springende Punkt liege jedoch in der Rolle des Modells innerhalb des Gesamtportfolios.

Die Expertenmeinung: Ein Risiko mit Potenzial

Sollte die Luce lediglich als zusätzliche Komponente betrachtet werden, sei das Risiko überschaubar. Entsteht sie jedoch als Ersatz für etablierte Modelle, könnte sich das Risikoprofil deutlich erhöhen. Trotz der anfänglichen Turbulenzen bleibt die Einschätzung der Sim (Società di Intermediazione Mobiliare) positiv. Mit einem „monströsen“ Zielkurs von 417 Euro signalisieren sie ihr Vertrauen in die Fähigkeit des Managements, dieses ambitionierte Projekt erfolgreich umzusetzen.

Auch wenn die Performance des Vortages von Banca Akros als Ausdruck der „Enttäuschung“ über den Look des neuen Modells interpretiert wurde, betonen die Analysten, dass die Luce „in natura“ deutlich ansprechender sei. Sie erwarten, dass die Attraktivität des Fahrzeugs steigen werde, sobald es auf der Straße oder auf der Rennstrecke erlebt werden kann. „Trotz des polarisierenden Designs sind wir davon überzeugt, dass Ferrari die richtige Zielgruppe für die Luce finden wird – insbesondere in den Regionen Asia-Pacific.“

Die Aktie erreichte kurz vor der Präsentation der Luce am 25. Mai in Mailand noch einen Wert von 309 Euro. Ob die Luce tatsächlich die Erwartungen erfüllen und den Ruf von Ferrari als Synonym für Sportwagenleistung und –design festigen kann, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Maranello hat mit der Luce eine mutige und riskante Wette eingegangen, deren Ausgang die gesamte Automobilindustrie beobachten wird.