Feiertagsstimmung in katalonien: tv3-moderator verspottet real madrid-aus
Ein Ausbruch unkontrollierter Freude, ein provokantes Bild, eine politische Debatte – der Ausschluss des Real Madrid aus der Champions League hat in Katalonien für heftige Reaktionen gesorgt, insbesondere durch die Darstellung im Sportprogramm 'Onze' von TV3.

Die eskalation im studio
Die Kamera des katalanischen Senders fing den Moment ein, in dem der Moderator Joan Poquí und sein Kollege Lluís Carrasco nach dem entscheidenden Treffer von Luis Díaz für den FC Bayern München in Ekstase gerieten. Während der Teleprompter die Phrase „Mal de muchos, consuelo de necios“ anzeigte – „Das Unglück des einen ist der Trost des anderen“ – schien die Freude im Studio ungebändigt. Doch dann folgte der Aufreger: Poquí, mit einem Kegel in der Hand, rief wiederholt „¡El conoplete, el conoplete!“, ein abwertender Ausdruck, der an den ehemaligen Real-Madrid-Spieler Álvaro Arbeloa erinnert, den der ehemalige FC Barcelona-Spieler Gerard Piqué bereits 2015 als „cono“ (Kegel) bezeichnet hatte.
Die Reaktion war unmittelbar und heftig. Der Vorfall löste eine Welle der Kritik in den sozialen Medien aus und überschritt schnell die Grenzen des Sportbereichs. Der konservative Politiker Nacho Martín Blanco (PP), Abgeordneter im spanischen Kongress, prangerte die Darstellung auf X (ehemals Twitter) scharf an. Er kritisierte die öffentliche Fernsehgesellschaft TV3 für das „lächerliche Schauspiel“ und fragte rhetorisch, was passieren würde, wenn die Madrider Telemadrid eine ähnliche Provokation gegen den FC Barcelona auslösen würde.
Martín Blanco argumentierte, dass eine öffentliche Fernsehgesellschaft wie TV3 eine neutrale und unparteiische Rolle einnehmen sollte, anstatt sich in parteiischen Feierlichkeiten zu ergießen, die viele Menschen in Spanien, darunter auch zahlreiche Anhänger des Real Madrid in Katalonien, verletzen. Die Tatsache, dass Real Madrid eine große Anhängerschaft in Katalonien hat, wurde von ihm besonders hervorgehoben und verstärkte die Kritik an der Darstellung.
Die Kontroverse wirft Fragen nach dem professionellen Verhalten von Sportjournalisten und der Verantwortung öffentlicher Medien auf. Während die Freude über den Erfolg des eigenen Teams verständlich ist, überschritt die Art und Weise, wie Poquí und TV3 den Ausschluss des Real Madrid feierten, offenbar viele Grenzen. Die Frage ist, ob solche provokanten Gesten dem Ansehen des Sports und der journalistischen Integrität schaden.
