Fedayi san packt aus: var stoppt spiele tot – und die fans verlieren die geduld
Die Uhr tickt, das Stadion verstummt, der Schiedsrichter steht mit Hand am Ohr. Was Fedayi San da während eines VAR-Checks erlebt, nennt er schlicht: „Zum Platzen des Spielflusses“. Der Ex-Super-League-Referee schlägt im Podcast Dritte Halbzeit einen Nagel in den vermeintlich technisierten Fussball: Die Überprüfungssysteme machen das Spiel nicht fairer – nur lahmer.
Die 60-sekunden-grenze ist ein mythos
Internationale Instruktoren hätten ihm für die Champions League eine klare Ansage mitgegeben: „Brauchst du länger als eine Minute, leg lieber den Deckel drauf.“ Klingt hart, ist in der Praxis jedoch nur bei Grauzonen-Entscheidungen erlaubt. Bei Schwarz-Weiß-Szenarien – Abseits Millimeter, Hand Strafraum – stoppt die Stoppuhr erst, wenn die Pixel-Lupe ein Urteil liefert. Ergebnis: Spiele ziehen sich wie Kaugummi, Emotionen erfrieren im Winterwind.
San ist kein VAR-Gegner, aber er beschreibt einen Nebeneffekt, der Fans und Schiedsrichter gleichermaßen frustriert: Fehler sind heute verpönt, weil sie „technisch vermeidbar“ scheinen. Früher akzeptierte man menschliche Irrtümer – heute fordert die Tribüne Perfektion, selbst wenn der Videobeweis sie nicht liefern kann. „Der VAR ist zum Blitzableiter geworden“, sagt der Rekord-Referee, „weil niemand mehr versteht, dass auch Bilder lügen können.“

Interpretation bleibt menschlich – und damum anfällig
Die Statistik der Swiss Football League zeigt: In der laufenden Saison dauern VAR-Eingriffe durchschnittlich 82 Sekunden, Tendenz steigend. San bestätigt, dass Schiedsrichter unter Zugzwang stehen: Entscheide schnell, aber richtig – ein Diktum, das sich bei 25 Kameras und vier Rückwärtslufen ausschließt. Die Folge: Referees verharren in Review-Zonen, statt dem Spiel Rhythmus zu geben.
Und die Fans? Sie pfeifen nicht mehr nur die Fehlentscheidung – sie pfeifen den Prozess. Die Spontaneität, die den Fussball einst ausmachte, wird durch Pixel-Genauigkeit ersetzt. San prophezeit: „Wenn wir so weitermachen, feiern wir bald Tore erst nach Bestätigung per App.“
Die Lösung bleibt offen. Die Uhr tickt weiter – und sie läuft gegen den VAR, nicht für ihn.
