Fcs tt jagt das quadruple: champions-league-kracher in der saarlandhalle
- Patrick franziska: „wir spielen vor unserer kulisse – das ist ein kleiner vorteil“
- Fan zhendong: letzter auftritt im fcs-trikot – dann geht’s nach düsseldorf
- Borussia düsseldorf wartet im zweiten halbfinale – und träumt vom endspiel-klassiker
- Abschiede, rekorde, rivalen – ein wochenende, das spuren hinterlässt
Die Luft knistert, die Bälle fliegen, und die ganze Tischtennis-Europa schaut auf Saarbrücken. Heute um 12.30 Uhr rollt der erste Ball im Halbfinale der Champions League – und der 1. FC Saarbrücken will nicht nur gewinnen, sondern Geschichte schreiben. Vier Titel in Folge, das Quadruple, steht auf dem Spiel.
Patrick franziska: „wir spielen vor unserer kulisse – das ist ein kleiner vorteil“
Kapitän Patrick Franziska hat die Zahlen parat: 2023, 2024, 2025 – jedes Mal stand der FCS TT im Finale, jedes Mal war Borussia Düsseldorf der Gegner, jedes Mal ging der Pokal an die Saar. Nun droht dem Rekordchampion genau das, was er selbst zuletzt perfektioniert hat: ein Abschied mit goldenem Konter. „Wir haben fokussiert trainiert, wir wollen diese Serie ausbauen“, sagt Franziska, während hinter ihm in der Saarlandhalle die Scheinwerfer aufheizen.
Der erste Schritt heute gegen Bogoria Grodzisk. Die Polen haben den slowenischen Weltranglistenersten Darko Jorgic im Kader – doch genau der wird nach sieben Jahren Saarbrücken die Koffer packen. „Ein letztes gemeinsames Ziel“, nennt es Trainer Jörg Roßkopf, der weiß, dass Emotionen nur funktionieren, wenn sie auf dem Tisch in harte Topspins verwandelt werden.

Fan zhendong: letzter auftritt im fcs-trikot – dann geht’s nach düsseldorf
Ein weiterer Name, der für sich genommen schon ein Event ist: Fan Zhendong. Der chinesische Superstar, zweimaliger Weltmeister, Olympiasieger, Ikonenstatus in Asien – und heute das letzte Mal im Trikot des FCS. Nach der Saison wechselt er zum Ligakonkurrenten aus Düsseldorf. „Ich will mit einem Sieg gehen“, sagt Fan, während er seine Hölzer sortiert. Die Saarlandhalle wird ihn ausschreien, ein letztes Mal, bevor er zum Gegner wird.
Die Zahlen? Fan hat in dieser Saison 91 % seiner Einzel gewonnen, Jorgic 87 %. Das Duo erzielte gemeinsam 34 Punkte in der Doppelrunde – nur einmal verloren. Doch genau diese Bilanz macht die Sache heikel: Wer übernimmt, wenn einer schwächelt? Die Antwort lautet: Franziska selbst, der mit 82 % die drittbeste Quote liefert, plus Youngster Cedric Meissner, der in den Playoffs zweimal als Joker glänzte.

Borussia düsseldorf wartet im zweiten halbfinale – und träumt vom endspiel-klassiker
Um 16 Uhr folgt das zweite Semifinale: Borussia Düsseldorf gegen Alliance Nimes Montpellier. Die Franzosen haben mit Simon Gauzy und Emmanuel Lebesson zwei Europameister im Boot, doch Düsseldorf gilt als klarer Favorit. Sollten sich beide deutschen Teams durchsetzen, gäbe es am Sonntag um 14 Uhr das Finale, das sich die Liga seit drei Jahren wünscht: Saarbrücken gegen Düsseldorf – ein Klassiker, der diesmal die Reihe beenden oder fortsetzen könnte.
Die Organisatoren rechnen mit 4.000 Zuschauern pro Session, die Tickets sind seit Wochen ausverkauft. Die SR überträgt live, Eurosport sendet in 36 Ländern. Die wirtschaftliche Dimension: Der Sieger kassiert 250.000 Euro Preisgeld plus Sponsoring-Boni – für den FCS wären das nach dem Double aus Bundesliga und Pokal bereits die dritte Einnahmequelle dieser Saison.

Abschiede, rekorde, rivalen – ein wochenende, das spuren hinterlässt
Am Ende bleiben drei Szenarien: Saarbrücken schafft das Quadruple und schreibt sich in die Annalen. Oder Düsseldorf stoppt die Serie und holt den ersten Titel seit 2022. Oder ein Außenseiter schlägt ein – was in der Champions-League-Historie erst einmal passiert ist. Eines ist sicher: Wenn am Sonntag um 16.30 Uhr der letzte Ball aufspringt, werden zwei Legenden ihre Karriere beim FCS beendet haben – und eine neue Statistik steht.
Die Saarlandhalle wird dann leer sein, aber das Echo wird bis nach China tragen. Fan Zhendong wird gehen, Darko Jorgic ebenfalls. Doch der 1. FC Saarbrücken bleibt – und mit ihm der Anspruch, weiter Geschichte zu schreiben. Vier Titel in Folge? Möglich. Wahrscheinlich. Fast schon erwartet. So lautet das Credo an der Saar: Wer einmal gewinnt, will wieder gewinnen. Und wer viermal gewinnt, wird zur Legende.
