Fc thun schreibt fußballgeschichte: der aufsteiger träumt vom meistertitel

Ein märchen wird wahr: der fc thun auf titelkurs

Der FC Thun sorgt in der Schweiz für eine unglaubliche Sensation. Der Aufsteiger träumt vom Gewinn der Meisterschaft, und die Hoffnung auf ein modernes Fußballmärchen wächst mit jedem Spieltag. Die kleine Gemeinde im Berner Oberland erinnert sich an ähnliche Geschichten, wie die des 1. FC Kaiserslautern 1998 oder den Triumph von Leicester City.

Von der zweiten liga zur spitze – ein kometenhafter aufstieg

Von der zweiten liga zur spitze – ein kometenhafter aufstieg

Nach fünf Jahren in der zweiten Liga ist der FC Thun erst im Sommer zurückgekehrt und hat sich mit einem Marktwert von nur knapp 15 Millionen Franken – dem zweitniedrigsten der Liga – an die Spitze der Tabelle gesetzt. Trainer Mauro Lustrinelli betont, dass der Weg noch lang sei, aber der Sieg gegen den Titelverteidiger FC Basel (2:1) wurde als bedeutender Meilenstein gewertet.

Die beeindruckenden zahlen sprechen für sich

Die beeindruckenden zahlen sprechen für sich

Der Vorsprung auf den ersten Verfolger Lugano beträgt nach fast zwei Dritteln der Saison satte neun Punkte. Thun erzielte die meisten Tore und kassierte gleichzeitig die wenigsten Gegentreffer. Laut SRF wurde ein so komfortabler Vorsprung zu diesem Zeitpunkt noch nie verspielt. Die Gemeinde, in der sich 1954 die deutsche Nationalmannschaft auf das „Wunder von Bern“ vorbereitete, träumt nun vom ersten Titel in der 127-jährigen Vereinsgeschichte.

Das erfolgsrezept: menschlichkeit, professionalität und kontinuität

Präsident Andres Gerber, selbst ehemaliger Kapitän und Sportchef, sieht das Erfolgsrezept in einem „erfolgreichen Mix aus Menschlichkeit, Professionalität, Fachwissen, Geld und vor allem gelebter Kontinuität“. Er hat gemeinsam mit Trainer Lustrinelli schwierige Zeiten gemeistert und den bisherigen Höhepunkt des Vereins bereits 2005 mit dem Einzug in die Champions League erlebt.

Trainer lustrinelli: ein mann ohne grenzen

Lustrinelli, der vor seiner Trainerkarriere von Legenden wie Hanspeter Latour und Ottmar Hitzfeld lernte, hat in Ruhe eine verschworene Einheit geformt. Er setzt auf Teamgeist und eine klare Taktik, anstatt auf teure Stars. Spieler wie Leonardo Bertone, der bereits mit David Beckham verglichen wird, stehen stellvertretend für diese Philosophie.

„Gewinnen wird zur gewohnheit“: die mentalität des teams

„Budget, Marktwert, Transfersummen, das ist Mathematik. Aber Fußball ist nicht Mathematik“, so Lustrinelli. Er habe „ein Team ohne Grenzen“ geschaffen. Mittelfeldspieler Valmir Matoshi betonte nach dem Sieg in Basel: „Wir sind Thuner, wir sind bodenständig. Und wir sind das Gewinnen langsam gewohnt.“

Historische vorbilder und die zukunft

Der Grasshopper Club Zürich gelang 1952 bereits ein ähnlicher Durchmarsch zum Titel. Lustrinelli erlaubt den Fans, zu träumen, und betont gleichzeitig die Bedeutung von Bescheidenheit. Die Mannschaft ist entschlossen, weiter hart zu arbeiten und ihre Chance zu nutzen.