Fahrschulkampf eskaliert: dgt und schulen im clinch!

Die deutsche Fahrschulbranche und die Dirección General de Tráfico (DGT) stehen sich in einem heftigen Disput gegenüber. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht ein massiver Engpass bei den Fahrprüfungen, der die Ausbildung von Neufahrern erheblich verzögert. Während die DGT versucht, die Situation mit ihrem Plan zur operativen Verstärkung (PRO) zu entschärfen, sehen die Fahrschulen ihre Bemühungen als unzureichend und sogar als Desinteresse an den Problemen des Sektors.

Die dgt bagatellisiert die wartezeiten

Die DGT versuchte kürzlich, die Situation herunterzuspielen, indem sie behauptete, lediglich 10 Prozent der vermeintlich Wartenden hätten an den Pilotprovinzen des PRO-Plans teilgenommen. Konkret wurden in Navarra lediglich 275 von über 6.000 gemeldeten Interessenten angetreten, in Lleida waren es 312 von 5.000. Auch in Almería und den Balearen wurden die Teilnehmerzahlen deutlich unter den vom Verband genannten Erwartungen verzeichnet - 630 bzw. 407 gegen eine geschätzte Nachfrage von jeweils 8.000.

Die Zahlen der DGT sind ein Schlag ins Gesicht, so die Reaktion der Fahrschulen. Sie sehen darin nicht etwa einen Mangel an Interesse, sondern vielmehr das Ergebnis eines fehlerhaften und unzureichend umgesetzten PRO-Plans.

Fahrschulen schlagen zurück: desinteresse und unfähigkeit

Fahrschulen schlagen zurück: desinteresse und unfähigkeit

Die Nationale Konföderation der Fahrschulen (CNAE) reagierte mit scharfem Kritik an der DGT. Der Verband weist darauf hin, dass die Daten der DGT ein „unvollständiges Bild“ der Realität vermitteln. Die CNAE spricht von einer „tiefen Verantwortungslosigkeit“ der DGT gegenüber dem Sektor und den dadurch entstehenden Problemen für die Bürger.

Besonders bitter: Der PRO-Plan der DGT berücksichtigt weder die Ausbildung für Lastwagen- noch Motorradführerscheine. Zudem wird die kurzfristige Ankündigung von Prüfungsterminen – oft nur 15 Tage im Voraus – als inakzeptabel kritisiert. Die Kosten für den Plan werden als unverhältnismäßig hoch angesehen, insbesondere im Vergleich zu anderen, kostengünstigeren Lösungen, wie beispielsweise der Bezahlung von Überstunden für das DGT-Personal.

Fordern die entlassung des dgt-leiters?

Fordern die entlassung des dgt-leiters?

Die Nationale Vereinigung der Ausbildungsunternehmen für Logistik, Transport und Verkehrssicherheit (Formaster) ging sogar noch weiter und forderte die sofortige Rücknahme der Kritik der DGT, die sie als „Angriff“ auf die Fahrschulen wertet. Sollte die DGT sich nicht zu einer öffentlichen Richtigstellung verpflichten, droht Formaster mit der Forderung nach dem Rücktritt von Pere Navarro, dem Direktor der DGT.

Die Fahrschulen sehen die DGT in der Unfähigkeit, ein seit fast einem Jahrzehnt bestehendes Problem zu lösen. Sie fordern eine umfassende Reform, die unter anderem die Ausweitung des PRO-Plans auf alle Führerscheinklassen, angemessene Vorlaufzeiten für Prüfungstermine, eine gleichmäßige Verteilung der Prüfungen über die gesamte Republik, Transparenz bei der Vergabe von Verstärkungsmaßnahmen und einen konstruktiven Dialog mit dem Sektor vorsieht. Die Situation ist angespannt, und eine friedliche Lösung des Konflikts scheint derzeit in weiter Ferne.