Faenza sprengt die schweiz – italien tanzt ins wm-lot

Die Schweiz kam als Favorit, verließ den Boden von Faenza als Geschlagene. Ein 38:31 zerbarst die Grenzen der Alpenrepublik und fegte Italien in die Handball-WM 2025. Die Azzurri feiern ihren zweiten Einzug in Folge – und Bob Hanning jubelt mit ihnen.

Ein jahr arbeit, ein abend ruhm

Die Rechnung war simpel: Wer das Rückspiel dominiert, dominiert die Geschichte. Die Eidgenossen führten in Zürich noch mit drei Toren, doch im sauerstoffarmen Sportpalast von Emilia-Romagna verpuffte jede Contenance. Andy Schmid sah sein Team bei 12:20 zur Pause abdriften, die Deckung zerfiel, der Kreisläufer kassierte zwei Minuten, und plötzlich stand da ein Vier-Tore-Lauf, der die Schweizer wie Glas zerspringen ließ.

Hanning, gleichzeitig Manager der Füchse Berlin, atmete tief durch. „Wir haben den kühlen Kopf bewahrt, weil wir mussten. Alles andere wäre ein Schnellschuss gewesen.“ Der deutsche Coach an italienischer Seite hatte die Mannschaft auf eine 5-1-Deckung umgestellt, die den Rückraum der Schweiz entkernte. 13 Ballverluste in Hälfte zwei – Statistiker wussten da schon, dass die Alpenluft ausging.

Griechenland und färöer schreiben märchen

Griechenland und färöer schreiben märchen

Während in Faenza gefeiert wurde, grollte in Athen der Olymp. Griechenland schlug die Niederlande 38:33 und buchte nach 2005 das zweite WM-Ticket überhaupt. Alexandros Vasilakis traf neun Mal, die Orange kollabierte in der Schlussphase – 4:0-Lauf in fünf Minuten, aus, vorbei, tschüss.

Noch seltener klingt das Kapitel der Färöer. Erstmals qualifizierten sich die Inselkrieger für eine Endrunde. Hakun West av Teigum, einst Füchse-Recken, schraubte sich mit 22 Toren gegen Bosnien-Herzegowina in die Geschichtsbücher. Die 27:000 Einwohner zählen jetzt auch 32 WM-Teilnehmer – Quote: 0,12 Prozent der Bevölkerung.

Romero fliegt aufs ganze – und verpasst

Romero fliegt aufs ganze – und verpasst

Iker Romero kennt Höhenflüge von der Bundesliga, aber die Nationalmannschaft Österreichs bleibt sein persönlicher Fels. Nach dem 25:26 in Chorzów reichte auch ein 30:30 daheim gegen Polen nicht. Die letzte Attacke trudelte ins Leere, mit ihm die Träume von der WM. „Wir haben alles reingeworfen, nur eben nicht den Ball“, sagte der Coach der SG BBM Bietigheim knapp. Sein Blick schweift bereits nach 2027.

Mit diesen Duellen sind 30 von 32 Plätzen besetzt. Die beiden restlichen Wildcards vergibt der IHF-Rat am 22. Juli in Kairo. Kandidaten: unter anderem die Schweiz, die jetzt um Fairplay und TV-Markt buhlen muss.

Am 10. Juni treffen sich die Delegierten im Münchner Hofbräuhaus, um die Gruppen zu ziehen. Danach weiß Italien, wen es zu bespucken gilt – und die Schweiz weiß, wen sie sich als nächstes zum Feind nimmt.