Facchetti: seine tochter enthüllt bewegende einblicke in das leben des fußballlegenden

Fast zwanzig Jahre nach dem Tod von Giacinto Facchetti bricht seine Tochter Barbara ein tiefes Schweigen. In einem seltenen Interview gewährt sie intime Einblicke in das Leben ihres Vaters, des legendären Fußballers und Managers, und offenbart eine emotionale Seite, die bisher verborgen blieb. Es ist eine Geschichte von bedingungsloser Liebe, sportlichem Ehrgeiz und einem unerschütterlichen Engagement für den AC Mailand.

Ein vater, der drei mal täglich anrief

Ein vater, der drei mal täglich anrief

Barbara Facchetti beschreibt ihren Vater als einen Mann von großer Präsenz, der trotz seiner beruflichen Verpflichtungen stets für seine Familie da war. „Er war ein sehr aufmerksamer Vater, auch wenn seine Arbeit ihn oft weit weg trieb“, erinnert sie sich. Besonders berührend ist die Geschichte seiner täglichen Anrufe: „Er rief manchmal drei Mal am Tag an, um zu fragen, wie es uns ging. Wenn etwas nicht stimmte, merkte er das sofort.“ Diese Nähe und sein tiefes Interesse am Wohlergehen seiner Kinder zeigen Facchetti von einer selten gesehenen Seite.

Die Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse auf den Rängen des San Siro sind tief in ihr Gedächtnis eingebrannt. „Als kleines Mädchen ging ich oft mit meinen Tanten und meinem Großvater Felice ins Stadion, um ihn zu sehen. Das waren besondere Momente, voller Emotionen.“ Ein unvergesslicher Moment war der Tag, an dem sie als Kind in seinen Armen auf dem Spielfeld stand, kurz vor einem Länderspiel gegen Schweden.

Doch Facchettis Liebe zum AC Mailand ging über das Vatersein hinaus. Es war eine Leidenschaft, die ihn bis zum letzten Atemzug antrieb. Barbara erzählt von seinem größten sportlichen Bedauern: die Weltmeisterschaft 1970. „Nach dem Halbfinale gegen die Bundesrepublik Deutschland war Italien einfach zu erschöpft für das Finale gegen Brasilien.“

Auch in seiner Krankheit zeigte Facchetti eine unglaubliche Stärke. „Er hasste Ungerechtigkeit, Arroganz und Unehrlichkeit“, so Barbara. „Aber er war ein ruhiger Mensch und hielt seine Wut oft für sich.“ Selbst im Krankenhaus, während der Behandlung seines aggressiven Bauchspeicheldrüsenkrebses, weigerte er sich, aufzugeben. „Er hat sich ein paar Mal im Garten mit Sit-Ups abgerochen. Er wollte nicht aufgeben.“

Die Entscheidung, seine Trikotnummer 3 zurückzuziehen, empfindet Barbara als eine schöne Geste, auch wenn ihr Vater selbst bescheiden gewesen wäre. „Ich glaube, er hätte sich nicht darüber gefreut, aber es ist eine Ehre für ihn.“

Heute arbeitet Barbara Facchetti bei der FIFA und fühlt sich ihrem Vater dadurch besonders nahe. „Die Nacht vor meinem ersten Arbeitstag habe ich ihn geträumt. Es war wunderschön. Als ich die FIFA betrat, hörte ich, wie mich jemand ‚Ba‘ nannte, so wie er mich immer nannte.“

Fast zwanzig Jahre nach seinem Tod bleibt Giacinto Facchetti eine Legende – nicht nur im Fußball, sondern auch als Mensch. Seine Tochter Barbara hat uns daran erinnert, dass hinter dem erfolgreichen Sportler ein liebevoller Vater und ein Mann von außergewöhnlicher Integrität stand. Ein Vermächtnis, das weit über den Rasen hinausreicht.