Fabregas zieht die bremse: como will gegen cagliari neue energie tanken

Cesc Fabregas redet nicht über gestern. Er redet über 63 Tage mit 16 Spielen, über neun Siege, vier Remis, zwei Niederlagen – und über Samstag, 15.30 Uhr, Giuseppe Sinigaglia, Cagliari. „Das ist unsere letzte Prüfung in einem Rhythmus, den wir vorab nicht auf dem Radar hatten“, sagt der Como-Coach. Die Stimme klingt rau wie nach 90 Minuten in der gegnerischen Hälfte.

„Wir haben die kurve gekriegt – jetzt kommt der endspurt“

„Wir haben die kurve gekriegt – jetzt kommt der endspurt“

Die Serie versiegt nicht, weil sie müde ist, sondern weil sie sich selbst neu erfinden will. Fabregas zählt auf, was seine Truppe seit Weihnachten geleistet hat: Platz 8, nur drei Punkte hinter Atalanta, 1,8 Tore pro Spiel, beste Zweikampfquote der Saison. „Wir haben gelernt, wie man Druck nicht nur aushält, sondern ihn umkehrt“, sagt er und schlägt dabei mit flacher Hand auf das Pult. Dahinter sitzen 20 Profis, die ihn nicht mehr als Interimslösung, sondern als Architekten sehen.

Die Personalie Kempf ist gelöst. Der Innenverteidiger trainierte gestern wieder voll, die Adduktoren-Reizung behandelt. „Er wird dabei sein“, bestätigt Fabregas – keine Frage, sondern Fakt. Ebenso klar: Ramon bleibt. „Seine Zahlen sind keine Überraschung, sie sind ein Protokoll“, schwärmt der Coach. Zweikampfquote 68 %, 87 % Passgenauigkeit, 11 Balleroberungen gegen Inter – Statistiken, die ihn zu Comos wichtigstem Out-of-Possession-Akteur machen. Ein Verlängerungsgespräch läuft bereits.

Bei Douvikas sieht Fabregas „den letzten Schritt vor dem Sprung“. 13 Treffer in 21 Pflichtspielen, aber: „Er attackiert die Tiefe noch zu spät, seine Hüfte steht 30 Zentimeter zu hoch.“ Datenanalysten haben dem Griechen ein Laufprofil erstellt: 0,7 Tiefsprints pro Spiel – zu wenig für einen Target-Forward im 4-3-3. „Wenn er den Timer früher stellt, wird er 20 Tore machen“, prophezeit der Spanier.

Der Blick richtet sich auch auf Jesus Rodriguez. Das Mittelfeld-Duo mit Diao könnte Cagliaris 4-4-2 aushebeln. „Sie pressen in Ketten, lassen die Halbräume offen – genau dort schiebt Jesus sich rein wie ein Schatten“, erklärt Fabregas. Die Trainingsdaten bestätigen: In 32 Minuten Testspielzeit gegen die Primavera entstanden acht Ballgewinne im letzten Drittel.

Die Coppa-Italia-Niederlage gegen Inter nimmt er mit Gelassenheit. „0,07 xG – das ist kein Rückschlag, das ist eine Visitenkarte“, sagt er und meint damit, dass seine Mannschaft selbst der Nerazzurri die Luft nahm. Rückspiel in sieben Wochen? „Wir fahren nicht als Touristen nach Mailand.“

Am Ende bleibt ein Satz, der länger nachhallt als jede Taktik: „Wir wissen jetzt, wer wir sind. Die Frage ist nur: Wie weit wollen wir gehen?“ Die Antwort liefert der Rasen – am Samstag, 15.30 Uhr, Giuseppe Sinigaglia. Kein Ausweg, kein Vorwand, nur drei Punkte.