F1 in japan: mercedes zeigt einen wolfszahn-frontflügel
Suzuka erwacht – und die Formel-1-Teams haben beschlossen, dem japanischen Grand Prix mit einer Portion kreativer Wildheit zu begegnen. Mercedes prescht dabei am aggressivsten vor: Ein Wolfskopf auf dem Frontflügel, Zähne gefletschert, bereit zum Zubeißen. Das ist kein Aufkleber. Das ist eine Ansage.
Was mercedes mit seinem sonderlack wirklich sagt
Die Silberpfeile sind in dieser Saison noch auf der Suche nach sich selbst. Auf der Strecke läuft es zäh, die Abstände zu Red Bull und Ferrari sind schmerzhaft. Aber in Suzuka wählt das Team aus Brackley einen anderen Weg: Wenn das Auto nicht brüllt, soll wenigstens der Flügel brüllen. Der Wolf auf dem Frontflügel ist mehr Symbol als Aerodynamik – und genau das macht ihn interessant.
Japan hat diese Wirkung auf die Kreativteams der Formel 1. Das Land mit seiner Manga-Kultur, seinen mythischen Tierfiguren und seiner Liebe zur visuellen Übertreibung lädt die Designer regelrecht ein, über den Tellerrand zu schauen. Haas hat das verstanden und tritt als Godzilla auf. Die Racing Bulls setzen ebenfalls auf japanische Ikonografie. Suzuka wird in diesem Jahr kein gewöhnliches Rennwochenende – zumindest optisch nicht.

Nicht nur optik: was hinter den sonderlackierungen steckt
Man könnte das alles als Marketing abtun. Wäre ein Fehler. Die Sonderlackierungen für bestimmte Grands Prix sind längst ein fester Bestandteil der kommerziellen Strategie der Teams – sie generieren Aufmerksamkeit auf Social Media, treiben den Merchandising-Umsatz in die Höhe und stärken die lokale Fanbindung. Japan ist dabei kein zufälliger Schauplatz. Honda, der ehemalige Motorenpartner von Red Bull und bald wieder Lieferant für Aston Martin, hat im Land der aufgehenden Sonne eine riesige Fangemeinde. Die Tribünen in Suzuka werden voll sein. Die Kameras auch.
Für Mercedes ist der Wolf-Flügel vielleicht sogar ein kleines psychologisches Mittel. Man zeigt Zähne, bevor das Qualifying beginnt. Ob das auf der Strecke etwas ändert, wird Lewis Hamilton – nein, Moment – George Russell und Kimi Antonelli am Samstag beantworten müssen. Der Asphalt von Suzuka hat noch nie Mitleid mit hübschen Lackierungen gehabt.
