F1 academy 2026: alba larsen jagt in shanghai den ersten sieg für ferrari
Alba Larsen drückt am Freitag in Shanghai erstmals die Starttaste für Ferrari – und das mit gerade einmal 17 Jahren. Die dänische Rookie gilt als Geheimfavoritin der vierten F1-Academy-Saison, die ab diesem Wochenende auf dem Stadtoval von Jiading die Motoren aufheulen lässt.
Die Serie, 2023 als reine F4-Entwicklungsliga gestartet, ist laut Global F1 Fan Survey mittlerweile die zweitbeliebteste Rennklasse nach der Königsklasse. 15 Fahrerinnen, 15 Marken, ein Ziel: den Sprung in die professionelle Motorsport-Karriere. Ferrari setzt auf Roskilde. Larsen ist seit 1. Januar Mitglied der Driver Academy, gewann 2025 das „FIA Girls on Track – Rising Stars“-Finale und fuhr danach sofort 70 Punkte auf Rang sieben der Gesamtwertung zusammen. Ihre Devise: keine Spektakels, aber Konstante. Sieben Mal punktete sie in acht Rennen – mehr braucht es nicht, um bei Maranello aufzufallen.
Ein kalender, der knallt – und weit weg von europa
Die Streckenführung liest sich wie eine Weltreise im Kurvenmodus: nach dem Auftakt in Shanghai geht es nach Dschidda, Montreal, Silverstone, Zandvoort, Austin und Las Vegas. Kein Eurocentrismus, stattdessen sieben verschiedene Anforderungsprofile – von Hochgeschwindigkeitskurs bis zur Dünenpiste. Die Botschaft ist klar: Wer hier besteht, kann überall fahren.
Doppelbelastung für Larsen: Neben der F1 Academy startet sie parallel in der British F4. Ferrari will Daten, sie will Rennschnitt. „Mehr Sitzzeit als die Jungs“ lautet intern die Devise. Die Ingenieure schicken ihre Protégé auf Rohrkrepierer-Parcours, weil dort die Fehlerkultur am schnellsten wächst.
Markenparkplatz statt startgrid
Wer die Aufstellung liest, ahnt, dass hier nicht nur Motorsportgeschichte geschrieben wird, sondern auch Marketing-Richtlinien. Prema Racing fährt Aston-Martin-Lackierung, Rodin Motorsport setzt auf McLaren-Oxagon-Kombi, Campos wirbt für Tag Heuer. Lego, Puma, American Express – alle da. Die alte Frage nach der Daseinsberechtigung weiblicher Serien verstummt angesichts solcher Partnerlisten. Geld fließt, und das entscheidender: es fließt strukturiert.
Alisha Palmowski gilt als Top-Favoritin, doch interne Sim-Daten aus Maranello zeichnen Larsen als mögliche Spoilerin. Ihre Aerobalance in schnellen Kurven lag im Wintertest nur 0,06 Sekunden hinter den Werten des Palmowski-Set-ups – auf einem Track, den sie noch nie zuvor gesehen hatte.
Susie Wolff warnt vor Schnellschüssen: „Eine Frau in der Formel 1 wird kommen, aber nur als logische Konsequenz, nicht als Gag.“ Ihre Academy liefert das Fundament. Larsen liefert das Tempo. Ob das reicht, zeigt schon das erste Rennen am Sonntag (08:10 deutscher Zeit) – live im Stream, nicht mehr nur in der Nische.
70 Euro kostet der Zugang für die Saison. 70 Punkte sammelte Larsen 2025. Zahlen, die sich reimen – und die Motoren, die aufheulen. Shanghai ist nur der Anfang. Der Countdown läuft.
