Ex-sporting packt aus: jesus, capello und das legendäre eigentor
Cesar Prates, einst Kultfigur im italienischen Fußball, blickt zurück auf eine Karriere voller Höhen und Tiefen – und eines unvergesslichen Momentes der Peinlichkeit. Der brasilianische Angreifer, der in Italien vor allem für sein spektakuläres Eigentor in der Partie Juventus gegen Livorno bekannt wurde, spricht nun offen über spirituelle Erlebnisse, verpasste Chancen und die Begegnung mit Cristiano Ronaldo.
Ein spirituelles erwachen mit 17
Prates erzählt von einem Wendepunkt in seinem Leben: „Mit 17 Jahren hatte ich eine spirituelle Begegnung mit Jesus, während ich die Bibel las. Ich suchte Antworten auf die großen Fragen und fand sie in meinem Glauben.“ Diese Erfahrung prägte ihn nachhaltig und beeinflusste seine Lebensentscheidungen, darunter auch der Wunsch, später als evangelischer Pfarrer tätig zu werden. Heute teilt er seine Spiritualität mit anderen und findet Erfüllung in der Musik, insbesondere im christlichen Gospel.

Die verpasste chance unter capello
Seine Karriere verlief rasant. Nach einem Probetraining bei Internacional Porto Alegre, finanziert durch den Verkauf eines Fernsehers seines Vaters, zog es Prates nach Europa. Er spielte für Real Madrid, wo er von Roberto Carlos als einer der besten Außenverteidiger gefeiert wurde. Doch die größte Enttäuschung kam später: „Fabio Capello sagte Roberto Carlos vor meinen Augen, dass er aus mir den besten Stürmer der Welt machen könne. Ich lehnte ab, weil ich unbedingt die Weltmeisterschaft 1998 als Verteidiger spielen wollte. Ein Fehler, den ich bis heute bereue.“

Das eigentor, das zur legende wurde
Trotz seiner Erfolge ist es vor allem sein missglückter Schuss gegen Juventus Turin im November 2005, der ihm in Erinnerung geblieben ist. Der Ball landete direkt in der Zuschauertribüne, wurde zur Running Gag und katapultierte ihn in den Kreis der Kultfiguren. „Ich wurde sogar in Brasilien zum Meme. Es hat mich zwar nicht wirklich gestört, aber meine Karriere hat darunter gelitten. Wer hat denn schon noch nie danebengetreten?“, grinst Prates.
Cristiano ronaldo: ein junges talent unter die fittiche
Auch die Zeit beim Sporting Lissabon bleibt in Erinnerung, wo er mit einem jungen Cristiano Ronaldo zusammenspielte. „Es gab Gerüchte, dass ich ihm gezeigt habe, wie man einen Freistoß schießt – mit gespreizten Beinen, drei Schritten und dem Stoß mit dem Hals. Er beobachtete mich immer nach dem Training. Aber Cristiano war schon damals auf einem anderen Level. Er hatte Talent, Kraft, Präzision und eine unglaubliche Disziplin. Er sagte schon früh, er würde der Beste werden – und er hat Recht behalten.“
Mehr als nur fußball: familie, glaube und immobilien
Heute lebt Prates in Brasilien mit seiner Frau und teilt seine Zeit zwischen Musik, Unternehmertum und Religion. Er ist CEO der Cp Group Brasil, einem Immobilienunternehmen in Santa Catarina. „Die Bibel ist ein wichtiger Teil meines Lebens“, betont er. „Sie hat mir geholfen zu verstehen, dass jeder einen Sinn hat – meinen ist es, Menschen zu helfen und mich um meine Familie und Freunde zu kümmern.“
Prates blickt zurück auf eine bewegte Karriere, geprägt von spirituellen Erfahrungen, verpassten Chancen und einem legendären Eigentor. Doch er nimmt alles mit Humor und blickt optimistisch in die Zukunft – ein Mann, der gelernt hat, aus Fehlern zu wachsen und seinen Glauben zu leben. Und wer weiß, vielleicht hat er ja doch noch eine Karriere als Gospel-Musiker vor sich.
