Everest-rekord: 270 gipfelstürmer an einem tag!
Ein historischer Tag für den Mount Everest: Am 20. Mai 2026 erreichten satte 270 Bergsteiger die Spitze des höchsten Berges der Welt – so viele wie noch nie zuvor an einem einzigen Tag. Die nepalesische Tourismusbehörde bestätigt diesen beispiellosen Ansturm, der die bisherigen Bestmarken in den Schatten stellt.
Die schlange über 8.000 metern
Die Aufstiegszeit betrug für viele Alpinisten schätzungsweise elf Stunden, von 3 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Khimlal Gautam, Verantwortlicher des Tourismusbüros am Everest, bezeichnete den Tag als „historisch aus nepalesischer Sicht“. Doch was niemand so offen anspricht: Die Bilder aus dieser Höhe zeigen lange Schlangen aus Bergsteigern, die sich um das Erreichen des Gipfels drängen. Ein Wettlauf, der die Risiken der Expedition zusätzlich erhöht.
Ein Blick zurück: Bereits am 22. Mai 2019 erreichten 223 Bergsteiger den Gipfel, was damals einen neuen Rekord darstellte. Allerdings wurde an diesem Tag auch ein globaler Rekord von 354 Gipfelerstürmern über beide Routen (nepalesische und chinesische Seite) aufgestellt. Die chinesische Seite blieb in dieser Saison jedoch geschlossen.
Die Zahl der ausstellten Permits für diese Everest-Saison sprengte alle bisherigen Erwartungen. Über 500 Genehmigungen wurden vergeben, womit der Höchstwert von 479 aus dem Jahr 2023 deutlich übertroffen wurde. Der Preis für eine Permit für Ausländer stieg von 11.000 auf 15.000 Dollar, und die Versicherungsanforderungen wurden verschärft – doch das hielt niemanden davon ab, den Traum vom Everest zu verfolgen.
Die anfängliche Verzögerung der Saison aufgrund eines massiven Seracs, der die Khumbu-Eisstufe blockierte, scheint nun vergessen. Die Gesamtzahl der erfolgreichen Besteigungen in dieser Frühjahrssaison wird bereits auf über 500 geschätzt. Es bleibt abzuwarten, ob die hohe Frequentierung auch am kommenden Donnerstag, dem 21. Mai, zu einem weiteren Rekordansturm führen wird. Die Faszination des „Acht-Tausenders“ scheint ungebrochen, auch wenn die Bedingungen am Dach der Welt zunehmend herausfordernder werden.

Die frage der nachhaltigkeit
Die schiere Anzahl der Bergsteiger am Everest wirft jedoch auch Fragen nach der Nachhaltigkeit des Tourismus auf. Die Umweltbelastung durch Abfall und die zunehmende Gefährdung der Bergsteiger durch Staus und Lawinengefahr sind Probleme, die dringend angegangen werden müssen. Die nepalesische Regierung steht vor der Herausforderung, den Tourismus zu fördern, ohne die Sicherheit und das fragile Ökosystem des Himalayas zu gefährden. Die Bilder der Warteschlangen am Gipfel sind ein deutliches Zeichen dafür, dass die Zeit für eine nachhaltigere Herangehensweise gekommen ist.
Fazit: 270 Menschen auf dem Everest an einem Tag – ein beeindruckender, aber auch beunruhigender Rekord. Die Zahl spricht eine deutliche Sprache: Der Everest ist mehr denn je ein Massenphänomen, und die Risiken steigen entsprechend. Die Zukunft wird zeigen, ob die nepalesische Regierung in der Lage sein wird, die Entwicklung zu steuern und den Berg vor einer Überlastung zu schützen.
