Everest-ansturm: rekord-permittherausgabe gefährdet gipfel
Kathmandu – Die Spitze des Mount Everest könnte in dieser Saison wieder von kilometerlangen Schlangen übersät sein. Nepal hat für den Frühling 2024 eine historische Rekordzahl an Klettergenehmigungen ausgestellt: 492. Das ist neuer Höchststand und übertrifft die 479 Genehmigungen des Vorjahres deutlich. Die Behörden schließen weitere Erhöhungen nicht aus, was die Lage noch verschärfen könnte.
Steigende kosten schrecken nicht ab
Trotz gestiegener Gebühren – das Permit für Ausländer kostet nun 15.000 US-Dollar statt vormals 11.000 – und verschärfter Sicherheitsauflagen, insbesondere im Bereich der Versicherungsbedingungen, bremst der Ansturm auf den „Dach der Welt“ nicht ab. Auch die Preissteigerungen bei Flugtickets, bedingt durch den Konflikt im Nahen Osten, sowie erhöhte Transport- und Unterkunftskosten scheinen die Entschlossenheit der Alpinisten nicht zu trüben. Die Nachfrage ist einfach enorm.
Himal Gautam, Direktor des nepalesischen Tourismusministeriums, betonte: „Der Everest ist zu einer bedeutenden Attraktion für Expeditionen und Abenteuer-Tourismus geworden. Die Expeditionen haben sich bewährt, und die Regierung ist bestrebt, dies angemessen zu verwalten.“ Er scheint jedoch die bevorstehenden Herausforderungen zu unterschätzen, wenn man bedenkt, wie sich die Situation in den vergangenen Jahren entwickelt hat.

Chinesische sperrung lenkt bergsteiger um
Ein wesentlicher Faktor für diesen Rekord ist die Sperrung der Nordroute durch China. Viele chinesische Bergsteiger, die normalerweise diese Route wählen würden, entscheiden sich nun für die Südroute in Nepal, was zu einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage führt. Besonders stark vertreten sind US-amerikanische Staatsbürger (76 Genehmigungen) und indische Staatsbürger (61 Genehmigungen) neben den 109 chinesischen Kletterern.
Die Kassen klingeln in Nepal: Mit diesen 492 Genehmigungen nimmt Nepal Einnahmen in Höhe von über sechs Millionen Euro (6.097.120 Euro) ein. Insgesamt wurden für die nepalesischen Berge 1.134 Genehmigungen vergeben, was zu Einnahmen von über sieben Millionen Euro führt. Der Lhotse, der zweithöchste Berg der Welt, folgt mit 120 Genehmigungen, gefolgt vom Makalu mit 72.
Es bleibt abzuwarten, ob die nepalesische Regierung die notwendigen Maßnahmen ergreifen kann, um die Sicherheit der Bergsteiger zu gewährleisten und das Risiko von Staus auf dem Gipfel zu minimieren. Die Situation erinnert unweigerlich an vergangene Saisons, in denen lange Schlangen und Wartezeiten die Freude am Bergsteigen trübten und sogar zu tragischen Unfällen führten. Die Kommerzialisierung des Mount Everest ist längst in vollem Gange, und die Faszination für den höchsten Berg der Welt scheint ungebrochen zu sein – allerdings auf Kosten der Sicherheit und des ursprünglichen Charakters des Bergsteigens.
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