Evenepoel verzichtet auf hölle des nordens: voigt nickt anerkennend

Remco Evenepoel, zweifacher Olympiasieger und einer der größten Stars des Radsports, wird in diesem Jahr bei Paris-Roubaix fehlen. Eine Überraschung, die viele Fans und Experten gleichermaßen betrübt, aber nach Ansicht des ehemaligen Profis Jens Voigt durchaus nachvollziehbar ist. Stattdessen konzentriert sich der Belgier auf seine Ambitionen bei der Tour de France.

Die flandern-rundfahrt als indikator

Nach seinem starken dritten Platz bei der Flandern-Rundfahrt, wo er bereits auf den Pflastersteinen sein Können bewies, entschied sich Evenepoel, seinen Debütantentraum in der „Hölle des Nordens“ zu verschieben. Die Entscheidung, wie von seinem Team Red Bull-Bora-hansgrohe am Ostermontag bekannt gegeben, ist Teil eines größeren Plans, der auf den Gewinn der Tour de France abzielt. Voigt, der als Experte bei Eurosport analysierte, zeigte sich einverstanden mit dieser Strategie: „Remco war in Flandern sehr, sehr stark. Eine Teilnahme bei Paris-Roubaix wäre möglich gewesen, aber Red Bull hat einen Plan: Sie wollen die Tour gewinnen.“

Die Saison war für den jungen Belgier bereits kräftezehrend. Drei einstündige Rundfahrten (Valencia, UAE Tour und Katalonien) sowie sein Auftritt in Flandern haben ihren Tribut gefordert. Mit Blick auf das bevorstehende Programm, insbesondere Lüttich-Bastogne-Lüttich am 27. April, wo er als Titelverteidiger erneut antreten möchte, ist eine Reduzierung der Belastung sinnvoll. Die Konzentration auf die Ardennenkklassiker scheint Priorität zu haben.

Pogacar als ausnahme

Pogacar als ausnahme

Ein Start bei Paris-Roubaix wäre ohnehin eine Seltenheit gewesen. Nur Tadej Pogacar, der derzeitige Superstar, hat in den letzten Jahren bewiesen, dass man sowohl bei Paris-Roubaix als auch bei der Tour de France um den Sieg kämpfen kann. Bernard Hinault war der letzte Fahrer, dem dies gelang. „Das ist gegen die Regeln des modernen Radsports. Aber Pogacar bricht sie heutzutage permanent“, so Voigt. Der Slowene ist schlichtweg eine Ausnahme, die die Regel bestätigt.

Evenepoel selbst zeigte sich nach seinem Auftritt in Flandern zufrieden. „Mehr oder weniger perfekt“, kommentierte er seinen dritten Platz. Die Entscheidung, auf Paris-Roubaix zu verzichten, ist somit ein strategischer Schachzug auf dem Weg zu seinem großen Ziel: dem Gewinn der Tour de France. Ob er in Zukunft an den Start gehen wird, hängt von seinen Erfolgen ab. Sollte er in Frankreich triumphieren, könnte Roubaix ein späteres Ziel werden.

„Remco befindet sich zwischen Jonas Vingegaard, der alle Klassiker meidet, und Pogacar, der an allem teilnimmt“, schloss Voigt. „Jetzt macht es aber für Remco Sinn, Paris-Roubaix auszulassen.“